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Krieg und Frieden: Was die Deutschen wirklich denken

Krieg und Frieden: Was die Deutschen wirklich denken

Schirin Simo
Außenpolitik
08. March 2026
10 Min. Lesezeit

Deutschland befindet sich im März 2026 inmitten einer außenpolitischen Zeitenwende, die in ihrer Tragweite kaum zu überschätzen ist. Während der Krieg in der Ukraine ins vierte Jahr geht und seit Ende Februar 2026 die USA und Israel militärische Angriffe auf den Iran führen, steht die Frage im Raum: Was denken die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland über diese Konflikte? Und hört die Politik überhaupt noch auf das Volk?

Aktuelle repräsentative Umfragen zeichnen ein eindeutiges Bild: Die Mehrheit der Deutschen lehnt weitere militärische Eskalation ab, wünscht sich diplomatische Lösungen und fühlt sich von der politischen Führung in diesen existenziellen Fragen nicht ausreichend vertreten. 

1. Der Ukraine-Krieg: Kriegsmüdigkeit und der Ruf nach Frieden

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat die Bundesregierung Milliarden Euro für die militärische und finanzielle Unterstützung Kiews bereitgestellt. Doch wie steht die Bevölkerung dazu? Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache.

1.1 Pessimismus über ein baldiges Kriegsende

Laut einer Ipsos-Studie vom Frühjahr 2025, für die rund 23.000 Personen in 29 Ländern befragt wurden, glauben nahezu drei Viertel der Deutschen (71 Prozent) nicht an ein baldiges Ende des Ukraine-Krieges. Deutschland liegt damit im internationalen Vergleich am pessimistischsten – noch vor den Niederlanden und Schweden [1]. Ein ARD-Deutschlandtrend vom Dezember 2025 bestätigt den Grundton: Zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen halten ein Kriegsende im Jahr 2026 für unwahrscheinlich [2].

1.2 Gespaltene Haltung zur Waffenunterstützung

Bei der Frage der Waffenlieferungen zeigt sich ein differenziertes Bild. Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF vom Januar 2025 ergab, dass 67 Prozent der Befragten hinter der militärischen Unterstützung stehen – wobei nur 27 Prozent eine Erhöhung und 40 Prozent den Status quo befürworten [3]. Gleichzeitig zeigt eine INSA-Umfrage für t-online vom Februar 2025, dass 46 Prozent der Deutschen sich eine vollständige Einstellung jeglicher Unterstützung wünschen – weder Waffen noch Geld [4].

Auffällig ist der Ost-West-Unterschied: Während im Westen 70 Prozent Waffenlieferungen befürworten, sind es im Osten nur 53 Prozent [3]. Auch generationenspezifisch gibt es starke Unterschiede: 57 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sprechen sich gegen jede Form der Unterstützung aus, während bei den über 70-Jährigen nur 28 Prozent diese Haltung teilen [4]. Es sind die Jungen, diejenigen, die in Zukunft die Folgen dieser Politik tragen müssen, die am skeptischsten sind.

1.3 Bundeswehr-Einsatz in der Ukraine: Mehrheit dagegen

Besonders deutlich wird die Ablehnung, wenn es um deutsche Soldatinnen und Soldaten vor Ort geht. Laut einer Civey-Umfrage vom August 2025 lehnen 51 Prozent der Deutschen eine Beteiligung der Bundeswehr an einer möglichen Friedenssicherungsmission in der Ukraine ab. Bei Frauen ist die Ablehnung mit 57 Prozent noch ausgeprägter [5]. Die politische Klasse in Berlin diskutiert über Bodentruppen – doch die Bevölkerung steht dem klar ablehnend gegenüber.

Gleichzeitig sinkt in allen befragten NATO-Staaten die Bereitschaft, anderen souveränen Ländern beizustehen, wenn diese angegriffen werden [1]. Die Unterstützungsbereitschaft für die Ukraine bröckelt seit 2022 messbar: Sagten damals noch 74 Prozent, dass fehlende Ukraine-Unterstützung Russland zu weiteren Aggressionen ermutigen könnte, sind es 2025 nur noch 58 Prozent [1].

2. Der Iran-Krieg: Klare Ablehnung durch die Bevölkerung

Am 28. Februar 2026 starteten die USA und Israel grossflächige Luftangriffe auf den Iran. Die offiziell genannten Ziele umfassen die Zerstörung iranischer Raketen- und Nuklearkapazitäten sowie den Sturz des Regimes. Hunderte Tote werden bereits aus dem Iran berichtet [6]. Die Reaktion der deutschen Bevölkerung ist überdeutlich.

2.1 Mehrheit hält Angriff für nicht gerechtfertigt

Eine Forsa-Umfrage für RTL/ntv, erhoben am 2. März 2026, zeigt: 57 Prozent der Deutschen halten den Angriff für nicht richtig, nur 29 Prozent befürworten ihn [7]. Im ARD-Deutschlandtrend stufen sogar 58 Prozent die Angriffe als „nicht gerechtfertigt“ ein, während lediglich 25 Prozent den Krieg für gerechtfertigt halten [8]. In Ostdeutschland liegt die Ablehnungsquote bei 73 Prozent [7].

Die parteipolitische Aufteilung offenbart ebenfalls tiefe Gräben: Einzig die Anhängerschaft der CDU/CSU billigt den Angriff mehrheitlich (54 Prozent). Bei SPD, Grünen, Linken, AfD und BSW überwiegt die Ablehnung deutlich – beim BSW sogar mit 80 Prozent [9]. Die schwarz-rote Bundesregierung hat sich bisher nicht eindeutig positioniert, ob der Angriff mit dem Völkerrecht vereinbar sei [8].

2.2 Bedrohungsgefühl und Vertrauensverlust

Die Angriffe auf den Iran verstärken das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung massiv. Laut ARD-Deutschlandtrend empfinden 77 Prozent der Deutschen die aktuelle weltpolitische Lage als bedrohlich [10]. 85 Prozent befürchten, dass das Recht des Stärkeren in der Weltpolitik die Oberhand gewinnt. 75 Prozent sorgen sich, dass der Iran-Konflikt auf weitere Länder übergreifen könnte, und 80 Prozent sehen negative Auswirkungen auf den internationalen Handel [10].

Besonders alarmierend: Nur noch 15 Prozent der Deutschen betrachten die USA als verlässlichen Partner. Israel geniesst lediglich bei 17 Prozent Vertrauen. Demgegenüber gelten Frankreich (82 Prozent) und Grossbritannien (75 Prozent) als vertrauenswürdig [10]. Diese Zahlen sind ein Alarmsignal für die transatlantischen Beziehungen.

2.3 Regimewechsel als Kriegsziel: Die Bevölkerung ist gespalten

Laut einer Civey-Umfrage vom 2./3. März 2026 bewerten die Deutschen den Versuch eines militärisch herbeigeführten Regimewechsels im Iran unterschiedlich: 40 Prozent stehen dem positiv, 41 Prozent negativ gegenüber [9]. Die Spaltung verläuft entlang von Geschlecht, Parteipräferenz und Region. Während 46 Prozent der Männer das Ziel des Regimewechsels befürworten, sind es bei Frauen nur 35 Prozent [9]. Dies zeigt: Die Vorstellung, man könne Demokratie und Menschenrechte durch Bomben exportieren, wird von einem Grossteil der Bevölkerung nicht geteilt.

3. Was die Zahlen bedeuten: Eine Analyse

Die empirischen Daten zeichnen in ihrer Gesamtheit ein klares Bild: Die deutsche Bevölkerung ist friedensorientierter als ihre politischen Vertreterinnen und Vertreter. Die Menschen wollen weder eine endlose Eskalation in der Ukraine noch einen neuen Krieg am Persischen Golf. Sie wollen keinen Einsatz der Bundeswehr in auswärtigen Konflikten. Und sie verlieren in dramatischem Tempo das Vertrauen in die USA als sicherheitspolitischen Partner.

Die Politik der Bundesregierung steht damit in einem wachsenden Widerspruch zum demokratischen Willen der Bevölkerung. Statt die berechtigten Bedenken der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen, werden Kritikerinnen und Kritiker einer vermeintlich „naiven Friedenspolitik“ bezichtigt. Dabei belegen die Forschungsdaten von Ipsos, Infratest, Forsa und Civey, dass es sich bei der Skepsis nicht um Naivität handelt, sondern um eine nüchterne Einschätzung der Realität.

Die Friedensforschung bestätigt diese Haltung: Militärisch herbeigeführte Regimewechsel haben in der jüngeren Geschichte selten zu stabilen demokratischen Verhältnissen geführt – weder im Irak, noch in Libyen, noch in Afghanistan. Das Deutsche Institut für Internationale Politik und Sicherheit (SWP) hat wiederholt darauf hingewiesen, dass Eskalation ohne diplomatische Flankierung selten zum Frieden führt [11]. Die überwältigende Mehrheit der Deutschen will, dass ihr Land Teil der Lösung ist – nicht Teil des Problems.

4. Unsere Forderungen als Gerechtigkeitspartei

Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer steht seit ihrer Gründung im Jahr 2020 für eine konsequente Friedenspolitik. Unser Parteiprogramm fordert die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr, den Stopp und die Strafbarkeit von Waffenexporten in Krisengebiete sowie kluge und zähe Diplomatie als Alternative zu Kriegen [12]. Diese Forderungen sind heute aktueller denn je.

Zum Ukraine-Krieg fordern wir:

Erstens: Einen sofortigen Kurswechsel hin zu einer aktiven diplomatischen Vermittlungsrolle Deutschlands. Deutschland muss sich als ehrlicher Makler für einen gerechten Waffenstillstand einsetzen, statt durch immer neue Waffenlieferungen die Eskalationsspirale voranzutreiben.

Zweitens: Keine weiteren Milliarden für Waffen, solange in Deutschland Schulen verfallen, Kommunen bankrott gehen und über zwei Millionen Menschen auf Lebensmittelspenden angewiesen sind. Die Milliarden, die in den Krieg fliessen, fehlen bei Bildung, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit [12].

Drittens: Eine kategorische Ablehnung jedes Einsatzes der Bundeswehr in der Ukraine – sei es als Friedensmission oder unter anderem Vorwand. Die Bevölkerung hat sich klar geäussert: Keine deutschen Soldatinnen und Soldaten in diesen Konflikt.

Viertens: Strategische Partnerschaften auch mit Russland und der Türkei, wie es unser Parteiprogramm vorsieht [12]. Frieden in Europa wird nicht gegen Russland, sondern nur mit Russland möglich sein.

Zum Iran-Krieg fordern wir:

Erstens: Eine unmissverständliche Verurteilung der Angriffe auf den Iran durch die Bundesregierung. 57 Prozent der deutschen Bevölkerung halten den Angriff für nicht richtig [7] – die Regierung muss diesen Willen widerspiegeln, statt sich hinter diplomatischen Floskeln zu verstecken.

Zweitens: Keine direkte oder indirekte deutsche Beteiligung am Iran-Krieg. Deutschland darf weder militärische Infrastruktur zur Verfügung stellen noch Waffen liefern, die in diesem Krieg eingesetzt werden.

Drittens: Eine klare Absage an die Idee, Demokratie könne durch Bomben herbeigeführt werden. Militärisch erzwungene Regimewechsel haben in der Vergangenheit stets zu Chaos, Leid und Instabilität geführt. Die Geschichte des Irak, Libyens und Afghanistans sollte Warnung genug sein.

Viertens: Humanitäre Soforthilfe für die Zivilbevölkerung im Iran. Wenn hunderte Menschen sterben und die Infrastruktur zerstört wird, ist humanitäre Hilfe das Gebot der Stunde [6].

Fünftens: Eine weltweite Ächtung tödlicher Kampfdrohnen und eine neue Abrüstungskonferenz, wie in unserem Parteiprogramm gefordert [12]. Jeder Krieg verschärft die Rüstungsspirale – wir müssen das Kriegführen erschweren, nicht erleichtern.

5. Stellungnahme der Gerechtigkeitspartei

Die Umfragedaten belegen, was wir als Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer seit unserer Gründung vertreten: Die Menschen in Deutschland wollen Frieden, nicht Krieg. Sie wollen Diplomatie, nicht Eskalation. Sie wollen, dass ihre Steuergelder in Schulen, Krankenhäuser und Brücken investiert werden – nicht in Panzer und Raketen.

Unser Gründer Dr. Jürgen Todenhöfer hat stets betont: „Deutschland kann gross sein, ohne andere klein zu machen. Deutschland kann stark sein, ohne andere zu bekämpfen.“ Diese Vision ist nicht naiv – sie ist die einzig realistische Alternative zur gegenwärtigen Politik der Eskalation und Zerstörung.

Die Zahlen zeigen: Wir stehen mit unserer Haltung nicht allein. Wir stehen an der Seite der Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Es wird Zeit, dass die Politik endlich auf die Bürgerinnen und Bürger hört.

 

Quellenverzeichnis

[1] Ipsos (2025): „Global Attitudes to the War in Ukraine“. Online-Umfrage in 29 Ländern, 21. März bis 4. April 2025, n = 23.216. Abrufbar unter: https://www.ipsos.com/de-de/einstellungen-ukraine-krieg-2025

[2] Infratest dimap (2025): ARD-Deutschlandtrend, Dezember 2025, n = 1.306 Wahlberechtigte. Berichtet in: digitaldaily.de, 4. Dezember 2025.

[3] Forschungsgruppe Wahlen (2025): Repräsentative Umfrage im Auftrag von ZDF „frontal“, 27.–29. Januar 2025, n = 1.428 Wahlberechtigte. Abrufbar unter: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/deutsche-hilfe-bundeswehr-waffenruhe-ukraine-krieg-russland-100.html

[4] INSA-Umfrage für t-online (2025): Online-Befragung vom 24. Februar 2025, n = 1.000 Personen ab 18 Jahren. Berichtet in: t-online.de, 24. Februar 2025.

[5] Civey (2025): Repräsentative Umfrage im Auftrag von web.de, 19.–21. August 2025, n = 5.000. Berichtet in: web.de, 20. August 2025.

[6] Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg (2026): „Iran Krieg aktuell 2026 – Zusammenfassung“. Abrufbar unter: https://www.friedensbildung-bw.de/iran-konflikt

[7] Forsa-Umfrage für RTL/ntv (2026): Erhebung vom 2. März 2026. Berichtet u. a. in: regionalheute.de, klamm.de und Statista.

[8] Infratest dimap (2026): ARD-Deutschlandtrend, März 2026, n = 1.317 Wahlberechtigte. Berichtet in: t-online.de, 5. März 2026.

[9] Civey (2026): Repräsentative Umfrage im Auftrag von web.de, 2.–3. März 2026, n = 5.000. Berichtet in: web.de, 3. März 2026.

[10] Infratest dimap (2026): ARD-Deutschlandtrend, März 2026. Berichtet in: regionalupdate.de, 5. März 2026 und it-boltwise.de, 5. März 2026.

[11] Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP): Diverse Publikationen zur Friedens- und Konfliktforschung. Abrufbar unter: https://www.swp-berlin.org

[12] Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer: Parteiprogramm. Abrufbar unter: https://www.gerechtigkeitspartei.de/programm – Vgl. auch: bpb.de, Profil der Gerechtigkeitspartei zur Bundestagswahl 2025.

 

Hinweis zur Methodik: Alle zitierten Umfragen sind repräsentative Erhebungen anerkannter Meinungsforschungsinstitute (Ipsos, Infratest dimap, Forschungsgruppe Wahlen, Forsa, INSA, Civey). Die Stichprobengrössen, Erhebungszeiträume und Fehlertoleranzen sind jeweils im Quellenverzeichnis dokumentiert.

Hinweis zur geschlechtergerechten Sprache: Dieser Beitrag verwendet geschlechtergerechte Formulierungen in Form von Paarformeln und neutralen Bezeichnungen, entsprechend der Empfehlung des Rats für deutsche Rechtschreibung vom 15. Dezember 2023, der auf Sonderzeichen im Wortinnern (Genderstern, Unterstrich, Doppelpunkt) verzichtet und stattdessen sprachlich eindeutige Lösungen empfiehlt [13].

[13] Rat für deutsche Rechtschreibung (2023): „Geschlechtergerechte Schreibung: Erläuterungen, Begründung und Kriterien vom 15.12.2023“. Abrufbar unter: https://www.rechtschreibrat.com

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