Bundeswehr entsendet Soldaten nach Grönland: Geopolitische Spannungen in der Arktis und deutsche Sicherheitsinteressen
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Die Entsendung deutscher Soldaten nach Grönland im Rahmen der multinationalen Operation "Arctic Endurance" markiert einen historischen Wendepunkt in der deutschen Sicherheitspolitik und unterstreicht die dramatische Eskalation der geopolitischen Spannungen innerhalb der NATO. Was als diplomatische Kontroverse begann, hat sich zu einer der schwerwiegendsten Krisen im transatlantischen Bündnis seit seiner Gründung entwickelt – mit einem beispiellosen Konflikt zwischen NATO-Mitgliedstaaten über die territoriale Integrität eines Verbündeten.
Die jüngsten Entwicklungen: Operation Arctic Endurance
Am 15. und 16. Januar 2026 landeten europäische Soldaten in Grönland, um an der von Dänemark geführten militärischen Erkundungsmission "Operation Arctic Endurance" teilzunehmen (18). Die Bundeswehr entsandte ein 13-köpfiges Erkundungsteam mit einem Airbus A400M-Transportflugzeug nach Nuuk, der grönländischen Hauptstadt (19). Neben Deutschland beteiligen sich Frankreich (15 Gebirgsjäger), Schweden, Norwegen, die Niederlande, Kanada, Finnland und Großbritannien an der Mission (20)(21).
Diese koordinierte Aktion europäischer NATO-Staaten erfolgte unmittelbar nach einem ergebnislosen Krisengespräch im Weißen Haus am 14. Januar 2026 zwischen dem dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen, der grönländischen Außenministerin Vivian Motzfeldt sowie US-Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio (22). Das Treffen offenbarte nach Rasmussens Worten "fundamentale Meinungsverschiedenheiten" über die Zukunft Grönlands (23).
Trumps Grönland-Ambitionen: Von Kaufangebot zu Annexionsdrohungen
Die Eskalation der Grönland-Krise hat sich seit Anfang Januar 2026 dramatisch verschärft. US-Präsident Donald Trump, der bereits während seiner ersten Amtszeit 2019 den Kauf Grönlands vorgeschlagen hatte, geht nun deutlich weiter und schließt eine militärische Annexion explizit nicht aus (24). In einer Reihe von Stellungnahmen auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, dass "alles andere als eine Eingliederung Grönlands in die Vereinigten Staaten inakzeptabel" sei (25).
Trump begründet seine Forderungen mit drei Hauptargumenten: Erstens sei Grönland für die nationale Sicherheit der USA unverzichtbar, insbesondere für den Aufbau des geplanten Raketenabwehrsystems "Golden Dome" (26). Zweitens behauptet er, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland angemessen zu schützen, und drittens warnt er, dass Russland oder China die Insel übernehmen würden, falls die USA dies nicht täten (27). Diese Behauptungen werden jedoch von dänischen Geheimdiensten und internationalen Expertinnen und Experten zurückgewiesen, die keine ungewöhnliche Zunahme russischer oder chinesischer Aktivitäten in der Region feststellen (28).
In einer besonders provokanten Äußerung forderte Trump die NATO auf, "den Weg zu bereiten", damit die USA Grönland übernehmen könnten, und behauptete, die NATO sei ohne Grönland unter US-Kontrolle nicht wirksam (29). Er verhöhnte zudem Dänemarks militärische Kapazitäten in Grönland als "zwei Hundeschlitten" und forderte das Bündnis auf, Dänemark zum Rückzug zu zwingen (30).
Dänemarks und Grönlands entschiedene Ablehnung
Die dänische Regierung unter Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat Trumps Forderungen kategorisch zurückgewiesen und deutlich gemacht, dass ein amerikanischer Angriff auf Grönland "das Ende der NATO bedeuten würde" (31). Außenminister Rasmussen betonte nach dem Washingtoner Treffen, dass "Ideen, die die territoriale Integrität des Königreichs Dänemark und das Selbstbestimmungsrecht des grönländischen Volkes nicht respektieren, völlig inakzeptabel sind" (32).
Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen stellte unmissverständlich klar, dass allein das grönländische Volk über seine Zukunft entscheiden könne. Auf die Frage, wie Grönland sich positionieren würde, wenn es vor die Wahl zwischen den USA und Dänemark/Europa gestellt würde, antwortete Nielsen eindeutig: "Dann wählen wir Dänemark, die NATO und die EU" (33). In den Straßen von Nuuk demonstrieren die Einwohnerinnen und Einwohner mit rot-weißen grönländischen Fahnen ihre nationale Geschlossenheit und lehnen eine Übernahme durch die USA ab (34).
Die strategische Bedeutung der Arktis im 21. Jahrhundert
Die Arktisregion hat in den vergangenen Jahren eine dramatische Aufwertung ihrer geopolitischen Bedeutung erfahren. Mehrere Faktoren tragen zu dieser Entwicklung bei:
Klimawandel und Ressourcenzugang: Der fortschreitende Klimawandel führt zu einem beschleunigten Abschmelzen des arktischen Eises, wodurch bisher unzugängliche Gebiete erschlossen werden. Nach Schätzungen des United States Geological Survey befinden sich unter dem arktischen Ozean etwa 13 Prozent der weltweit unentdeckten Ölreserven und 30 Prozent der unentdeckten Erdgasreserven (35). Diese enormen Rohstoffvorkommen machen die Region zu einem Brennpunkt wirtschaftlicher Interessen.
Neue Seewege: Das Abschmelzen des Polareises eröffnet neue Schifffahrtsrouten, insbesondere die Nordostpassage entlang der russischen Küste und die Nordwestpassage durch das kanadische Archipel. Diese Routen könnten die Transportwege zwischen Europa und Asien erheblich verkürzen und damit erhebliche wirtschaftliche Vorteile bieten (36). Die Kontrolle über diese Seewege ist daher von immenser strategischer Bedeutung.
Militärstrategische Relevanz: Die Arktis gewinnt zunehmend an militärstrategischer Bedeutung. Russland hat in den vergangenen Jahren seine militärische Präsenz in der Region massiv ausgebaut, Militärbasen reaktiviert und modernisiert sowie regelmäßige Übungen durchgeführt (37). Auch China bezeichnet sich selbst als "Near-Arctic State" und hat erhebliche Investitionen in arktische Forschung und Infrastruktur getätigt, was Befürchtungen über eine wachsende chinesische Einflussnahme nährt (38).
Operation Arctic Endurance: Ziele und Umfang der Mission
Die Operation Arctic Endurance, die von Dänemark initiiert und geführt wird, verfolgt mehrere strategische Ziele (39):
Erkundung und Vorbereitung: Die derzeit entsandten Soldaten sind primär Erkundungsteams, die "die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region erkunden" sollen (40). Konkret geht es um die Bewertung von Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung, die Vorbereitung größerer Übungen unter arktischen Bedingungen und die Koordination multinationaler Einsätze.
Demonstrative Solidarität: Der Zeitpunkt und die Symbolik der Entsendung sind von enormer politischer Bedeutung. Europäische Staaten signalisieren damit ihre uneingeschränkte Unterstützung für Dänemark und unterstreichen ihre Ablehnung territorialer Ansprüche durch ein anderes NATO-Mitglied (41). Der französische Botschafter für den Nord- und Südpol, Olivier Poivre d'Arvor, formulierte es explizit: "Ziel ist es, den USA zu zeigen, dass die NATO in Grönland präsent ist" (42).
Langfristige Präsenzplanung: Nach Angaben des grönländischen Vize-Regierungschefs Mute Egede ist die aktuelle Mission erst der Anfang. Das Ziel sei es, "eine dauerhaftere militärische Präsenz mit einem größeren dänischen Beitrag zu etablieren" (43). Dies umfasst mehr Übungsaktivitäten mit Flugzeugen und Schiffen sowie die Unterstützung grönländischer Behörden wie der Polizei und die Überwachung kritischer Infrastruktur.
Deutsche Beteiligung: Zwischen Bündnissolidarität und Arktisfähigkeiten
Die Bundeswehr ist bereits seit längerem in der Arktisregion aktiv. Laut einer parlamentarischen Anfrage der Linksfraktion hat die Bundeswehr seit Anfang 2024 an über 40 Übungen in den Anrainerstaaten der Arktis teilgenommen (44). Im September 2025 nahmen bereits drei deutsche Soldatinnen und Soldaten an einer Übung namens "Arctic Light" in Grönland teil (45).
Anfang Januar 2026 lief die Fregatte "Sachsen" mit rund 250 Soldatinnen und Soldaten zu einem Einsatz in arktischen Gewässern aus, mit dem Ziel, strategische Seewege und kritische Infrastruktur im Nordatlantik zu schützen (46). Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte bereits im Oktober 2025 eine Absichtserklärung mit Island unterzeichnet, um die deutsche militärische Präsenz dort zu verstärken und dabei die strategisch wichtigen Meerengen GIUK Gap (Grönland-Island-Großbritannien) und Bear Gap (zwischen Nordkap, Bäreninsel und Spitzbergen) im Blick zu haben (47).
Die Bundeswehr hält mehrere Fähigkeiten bereit, die für einen verstärkten Arktiseinsatz geeignet sind, darunter die Gebirgsjäger, die bereits an NATO-Übungen in Norwegen teilgenommen haben, sowie die neu in Dienst gestellten Seefernaufklärer vom Typ Poseidon P-8A, die auf Seeraumüberwachung und U-Boot-Jagd spezialisiert sind (48).
Wachsender Widerstand gegen Trump – auch in den USA
Bemerkenswert ist der wachsende Widerstand gegen Trumps Grönland-Pläne innerhalb der Vereinigten Staaten selbst. Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Kongressabgeordneten hat Gesetzentwürfe eingebracht, die Trump daran hindern sollen, ohne Zustimmung des Kongresses militärisch gegen ein NATO-Mitglied vorzugehen (49). Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska erklärte unmissverständlich: "Grönland muss als Verbündeter und nicht als Vermögenswert gesehen werden" (50).
Auch andere republikanische Senatorinnen und Senatoren wie Thom Tillis (North Carolina), Joni Ernst (Iowa) und Roger Wicker (Mississippi) haben öffentlich Bedenken geäußert (51). Der langjährige Senator Wicker betonte: "Dänemark und Grönland haben das Recht, Verhandlungen mit den USA abzulehnen" (52). Selbst der Trump nahestehende Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, hielt einen tatsächlichen Militäreinsatz in Grönland für unrealistisch (53).
Das Weiße Haus reagierte mit scharfer Kritik auf diese innerparteilichen Kritiker und warf ihnen vor, amerikanische Interessen zu verraten (54). Pressessprecherin Karoline Leavitt erklärte, dass die Entsendung europäischer Truppen nach Grönland "den Entscheidungsprozess des Präsidenten oder sein Ziel der Übernahme Grönlands überhaupt nicht beeinflussen" werde (55).
NATO in der Krise: Arctic Sentry als möglicher Ausweg?
Die NATO befindet sich in einer beispiellosen Krise. Artikel 5 der NATO-Charta, der Beistandspflicht bei einem bewaffneten Angriff vorsieht, definiert nicht, wie das Bündnis verfahren soll, wenn ein Mitgliedstaat ein anderes angreift (56). NATO-Generalsekretär Mark Rutte führt intensive Gespräche mit Washington, um einen Ausweg aus der Krise zu finden (57).
Eine diskutierte Lösung ist die Schaffung einer permanenten NATO-Mission "Arctic Sentry", die analog zu den bereits existierenden Missionen "Baltic Sentry" und "Eastern Sentry" funktionieren würde (58). Diese könnte die Seeraumüberwachung, Luftraumkontrolle und den Schutz kritischer Infrastruktur in der Arktis koordinieren. Großbritannien hat die Initiative ergriffen und diesen Vorschlag eingebracht (59).
Allerdings gibt es erhebliche praktische Hindernisse: Hunderte von Schiffen würden benötigt, um ein so großes Gebiet abzudecken, und außer den nordischen Ländern und Kanada verfügen nur wenige NATO-Staaten über Truppen mit Erfahrung im Einsatz unter arktischen Bedingungen (60). Die NATO-Verteidigungschefs werden das Thema bei ihren Treffen am 21.-22. Januar in Brüssel und am 12. Februar diskutieren (61).
Europäische Diplomatinnen und Diplomaten sehen in einer Arctic Sentry-Mission die Möglichkeit, Trumps Argument zu entkräften, dass die USA Grönland "übernehmen" müssten, und zu beweisen, dass Europa zwei Flanken gleichzeitig bewältigen kann – Russland im Osten und potenziell Russland und China in der Arktis (62). Ein mögliches Szenario wäre, dass Europa die Luft- und Seeraumüberwachung übernimmt, während die USA ihre Truppenpräsenz in Grönland verstärken.
Sicherheitspolitische Implikationen und Herausforderungen
Die verstärkte militärische Präsenz westlicher Staaten in der Arktis birgt sowohl Chancen als auch Risiken:
Abschreckung und Stabilität: Eine glaubwürdige militärische Präsenz kann zur Abschreckung potenzieller Aggressoren beitragen und die regelbasierte internationale Ordnung stärken. Sie sendet ein Signal, dass territoriale Integrität und Souveränität respektiert werden müssen und dass die NATO-Verbündeten bereit sind, ihre Bündnisverpflichtungen einzuhalten.
Eskalationsrisiken innerhalb der NATO: Erstmals in der Geschichte des Bündnisses stehen sich NATO-Mitglieder in einem territorialen Konflikt gegenüber. Dies könnte das gesamte Fundament der transatlantischen Sicherheitsarchitektur erschüttern und langfristige Auswirkungen auf das Vertrauen innerhalb des Bündnisses haben (63).
Reaktionen Russlands: Die russische Botschaft in Brüssel äußerte "große Sorge" über die Entsendung von NATO-Soldaten nach Grönland und warf der NATO vor, ihre militärische Präsenz in der Region "unter dem falschen Vorwand einer wachsenden Bedrohung durch Moskau und Peking" zu verstärken (64). Dies birgt das Risiko einer weiteren Militarisierung der Arktis und neuer Spannungen.
Infrastrukturelle Herausforderungen: Militärische Operationen in der Arktis stellen extreme Anforderungen an Personal und Material. Die klimatischen Bedingungen, die logistischen Herausforderungen und die begrenzten Infrastrukturen erfordern spezialisierte Ausrüstung und Training. Die Bundeswehr muss erhebliche Investitionen tätigen, um ihre Einsatzfähigkeit in diesem anspruchsvollen Umfeld zu gewährleisten.
Die Rolle Grönlands zwischen Selbstbestimmung und externen Interessen
Für Grönland selbst stellt die internationale Aufmerksamkeit sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung dar. Die Insel mit ihren rund 56.000 Einwohnerinnen und Einwohnern verfügt über erhebliche Rohstoffvorkommen, insbesondere Seltene Erden, die für moderne Technologien unerlässlich sind (65). Die wirtschaftliche Entwicklung dieser Ressourcen könnte Grönland zu größerer wirtschaftlicher Unabhängigkeit verhelfen und die seit langem diskutierte vollständige Unabhängigkeit von Dänemark realistischer machen.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Grönland zum Spielball externer Großmachtinteressen wird. Die grönländische Regierung unter Premierminister Jens-Frederik Nielsen hat wiederholt betont, dass jede Diskussion über die Zukunft Grönlands die Selbstbestimmung der grönländischen Bevölkerung respektieren muss (66). Die Stimmen der indigenen Bevölkerung, insbesondere der Inuit, müssen in diesen Debatten gehört und respektiert werden.
Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeldt betonte nach dem Washingtoner Treffen, dass Grönland zwar offen für Gespräche über verstärkte Sicherheitskooperation sei, aber territoriale Integrität und Selbstbestimmung nicht verhandelbar seien (67).
Deutsche Rüstungsexporte in die Arktisregion
Ein oft übersehener Aspekt der deutschen Arktispolitik sind umfangreiche Rüstungsexporte in die Region. Laut der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion lieferte Deutschland 2025 Rüstungsgüter im Wert von etwa 3 Milliarden Euro an Arktis-Anrainerstaaten (68). An erster Stelle steht dabei Norwegen mit Waffenimporten aus Deutschland über mehr als 1,3 Milliarden Euro, was vor allem mit der Lieferung deutscher U-Boote zusammenhängt, die zu den teuersten Rüstungsgütern gehören (69).
Der Linken-Politiker Christian Thoden kritisiert diese Aufrüstung im hohen Norden: "Wir treten für eine ausschließlich friedliche Nutzung der Arktis und für den konsequenten Schutz ihres durch den Klimawandel bedrohten einzigartigen Ökosystems ein" (70). Diese Position steht im Kontrast zur gegenwärtigen Militarisierung der Region.
Politische Reaktionen in Deutschland
Die politischen Reaktionen auf die Bundeswehr-Entsendung fallen unterschiedlich aus:
Grüne: Die Grünen-Verteidigungsexpertin Sara Nanni begrüßte die Entsendung als "starkes Symbol", mahnte aber, dass die militärische Geste durch "handfeste diplomatische Drohungen Richtung Weißes Haus ergänzt werden" müsse. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse klarmachen, dass es Konsequenzen für die USA hätte, wenn diese weiter am Zusammenhalt in der NATO zündelten (71).
FDP: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, bezeichnete die Entsendung als "genau die richtige europäische Initiative, um dem Weißen Haus unmissverständlich klarzumachen, dass wir an der Seite Grönlands beziehungsweise Dänemarks stehen" (72).
Union: Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Erndl (CSU), erklärte: "Damit zeigen die Europäer einerseits, dass sie die Sicherheitsbedenken der USA adressieren, und andererseits, dass jede nicht abgesprochene Aktion des US-Präsidenten eine unmögliche Situation hervorrufen würde" (73).
Wirtschaftliche Dimensionen: Ressourcen, Handel und nachhaltige Entwicklung
Neben den sicherheitspolitischen Aspekten spielen auch wirtschaftliche Überlegungen eine zentrale Rolle. Die Erschließung arktischer Ressourcen wirft komplexe Fragen auf:
Rohstoffsicherheit: Für Deutschland als rohstoffarmes Land ist der Zugang zu kritischen Mineralien und Energieressourcen von existenzieller Bedeutung. Die Diversifizierung der Bezugsquellen und die Reduzierung der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten wie China oder Russland sind zentrale strategische Ziele der deutschen Wirtschaftspolitik (74).
Umwelt- und Klimaschutz: Gleichzeitig steht die Erschließung arktischer Ressourcen in fundamentalem Widerspruch zu Klimaschutzzielen. Die Arktis ist eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Gebiete, und ihre weitere industrielle Nutzung könnte verheerende ökologische Konsequenzen haben. Deutschland muss hier einen Weg finden, wirtschaftliche Interessen mit seiner selbst gesetzten Verantwortung für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in Einklang zu bringen (75).
Infrastrukturinvestitionen: Die Entwicklung arktischer Handelsrouten erfordert massive Investitionen in Hafeninfrastruktur, Navigationssysteme und Notfallkapazitäten. Deutschland als Exportnation hat ein vitales Interesse an effizienten globalen Handelswegen, muss aber auch die ökologischen und sozialen Kosten solcher Entwicklungen berücksichtigen.
Rechtliche Rahmenbedingungen: Seerechtsübereinkommen und territoriale Ansprüche
Die rechtliche Situation in der Arktis ist komplex und teilweise umstritten. Das UN-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS) von 1982 bildet den grundlegenden rechtlichen Rahmen für maritime Ansprüche, einschließlich der Ausschließlichen Wirtschaftszonen und Kontinentalsockel-Erweiterungen (76). Mehrere Anrainerstaaten haben Anträge auf Ausweitung ihrer Kontinentalsockel-Ansprüche eingereicht, die sich teilweise überschneiden und zu Spannungen führen.
Die Frage territorialer Souveränität ist besonders heikel im Kontext der aktuellen Krise. Grönland steht unzweifelhaft unter dänischer Souveränität, mit weitreichender grönländischer Autonomie. Trumps Ansinnen, diese territoriale Integrität in Frage zu stellen, stellt einen fundamentalen Bruch mit dem Völkerrecht und den NATO-Prinzipien dar (77).
Frankreichs diplomatische Offensive
Frankreich hat seine Unterstützung für Dänemark und Grönland besonders deutlich gemacht. Präsident Emmanuel Macron kündigte an, dass die offizielle französische diplomatische Vertretung in Grönland am 6. Februar 2026 ihre Arbeit aufnehmen werde (78). Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot forderte die USA auf, "aufzuhören, Grönland zu erpressen und die Kontrolle über die größte Insel der Welt zu fordern" (79).
Darüber hinaus berief Macron einen kurzfristig einberufenen nationalen Verteidigungsrat im Elysée-Palast ein, um über die Grönland-Krise zu beraten (80). Diese Aktionen unterstreichen die Schwere, mit der europäische Führungsnationen die Situation bewerten.
Perspektiven der Gerechtigkeitspartei: Für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Arktispolitik
Als Gerechtigkeitspartei - Team Todenhöfer müssen wir diese Entwicklungen mit größter Aufmerksamkeit verfolgen und klare Positionen entwickeln:
Primat der Diplomatie: Militärische Präsenz darf niemals Selbstzweck sein. Wir setzen uns für eine primär diplomatische Herangehensweise an arktische Fragen ein, die auf Dialog, Kooperation und multilateralen Verhandlungen basiert. Die Stärkung des Arktischen Rates und anderer Kooperationsplattformen muss Priorität haben.
Respekt für Selbstbestimmung: Die Rechte und Interessen der Menschen in Grönland und anderen arktischen Regionen, insbesondere indigener Gemeinschaften, müssen im Mittelpunkt aller politischen Entscheidungen stehen. Externe Großmachtinteressen dürfen nicht über die legitimen Bestrebungen nach Selbstbestimmung gestellt werden. Wir unterstützen uneingeschränkt das Recht des grönländischen Volkes, über seine eigene Zukunft zu entscheiden.
Klimagerechtigkeit: Die Arktis ist gleichzeitig Opfer und potenzieller Verstärker der Klimakrise. Eine verantwortungsvolle Arktispolitik muss Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in den Vordergrund stellen. Die Erschließung fossiler Ressourcen in der Arktis steht im direkten Widerspruch zu den Pariser Klimazielen und muss kritisch hinterfragt werden (81).
Transparenz und demokratische Kontrolle: Militärische Entsendungen und sicherheitspolitische Entscheidungen von dieser Tragweite müssen dem Bundestag zur Entscheidung vorgelegt und öffentlich debattiert werden. Die demokratische Legitimation und parlamentarische Kontrolle außen- und sicherheitspolitischer Maßnahmen ist unverzichtbar. Es ist bemerkenswert, dass die Bundesregierung die Entsendung deutscher Soldaten nach Grönland ohne vorherige umfassende parlamentarische Debatte beschlossen hat.
Rüstungskontrolle und Abrüstung: Statt einer weiteren Militarisierung der Arktis sollte Deutschland sich für Rüstungskontrollvereinbarungen und vertrauensbildende Maßnahmen in der Region einsetzen. Die Arktis sollte eine Zone der Zusammenarbeit, nicht der Konfrontation sein. Die massiven deutschen Rüstungsexporte in die Arktisregion in Höhe von 3 Milliarden Euro widersprechen diesem Anspruch fundamental.
Kritik an innerimperialen Konflikten: Die aktuelle Krise offenbart die Widersprüche imperialer Machtpolitik. Wenn NATO-Mitgliedstaaten untereinander territoriale Ansprüche erheben und mit militärischer Gewalt drohen, zeigt dies die Brüchigkeit eines Bündnissystems, das vorgibt, dem Frieden und der Sicherheit zu dienen. Wir lehnen imperiale Ansprüche – gleich von welcher Seite – kategorisch ab.
Solidarität mit Dänemark, aber kritische Distanz zur Militarisierung: Während wir das Recht Dänemarks und Grönlands auf territoriale Integrität vorbehaltlos unterstützen, sehen wir die zunehmende Militarisierung der Arktis als problematische Entwicklung. Die Lösung kann nicht in einem Wettrüsten im hohen Norden liegen, sondern muss in diplomatischen Vereinbarungen und internationalen Regelungen gesucht werden.
Fazit: Die Grönland-Krise als Zäsur der transatlantischen Beziehungen
Die Entsendung deutscher Soldaten nach Grönland ist mehr als eine technische militärische Maßnahme – sie ist ein Symbol für die tiefgreifende Krise, in der sich die NATO und die transatlantischen Beziehungen befinden. Erstmals in der Geschichte des Bündnisses droht ein Mitgliedstaat explizit mit der gewaltsamen Annexion des Territoriums eines anderen Mitglieds. Dies erschüttert die Grundfesten der westlichen Sicherheitsarchitektur.
Die Arktis wird zunehmend zum Schauplatz globaler Machtrivalitäten, wirtschaftlicher Interessen und ökologischer Krisen. Deutschland steht vor der Aufgabe, eine kohärente Arktispolitik zu entwickeln, die verschiedene, teilweise widersprüchliche Ziele miteinander in Einklang bringt: Bündnissolidarität und strategische Autonomie, wirtschaftliche Interessen und Klimaschutz, Sicherheitsbedürfnisse und Abrüstung, nationale Souveränität und internationale Kooperation.
Die Operation Arctic Endurance kann als Versuch europäischer Staaten verstanden werden, Trump einen diplomatischen Ausweg zu bieten: Indem Europa seine Präsenz und sein Engagement in der Arktis verstärkt, könnte Trump behaupten, seine Sicherheitsbedenken seien adressiert worden, ohne tatsächlich Grönland annektieren zu müssen. Ob diese Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Trumps wiederholte Bekräftigungen, dass "alles andere als US-Kontrolle inakzeptabel" sei, lassen wenig Raum für Optimismus.
Als Gerechtigkeitspartei fordern wir eine Arktispolitik, die dem Frieden, der Gerechtigkeit und der ökologischen Nachhaltigkeit verpflichtet ist. Die Bundesregierung muss transparent darlegen, welche Ziele mit der militärischen Präsenz in Grönland verfolgt werden, welche Risiken damit verbunden sind und wie sie sicherstellt, dass deutsche Außen- und Sicherheitspolitik den Werten unseres Grundgesetzes entspricht.
Die Arktis darf nicht zum nächsten Schauplatz geopolitischer Eskalation werden. Stattdessen muss sie als gemeinsames Erbe der Menschheit verstanden werden, dessen Schutz und nachhaltige Nutzung nur durch internationale Zusammenarbeit gelingen kann. Deutschland kann und muss hier eine konstruktive Rolle spielen – nicht als Großmacht mit eigenen Hegemonialansprüchen, sondern als verlässlicher Partner im Dienst des Friedens und der globalen Gerechtigkeit.
Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die diplomatischen Bemühungen Erfolg haben oder ob die Grönland-Krise zu einem historischen Wendepunkt wird, der die NATO und die transatlantischen Beziehungen dauerhaft verändert. Die Arbeitsgruppe, die beim Washingtoner Treffen vereinbart wurde, wird in den kommenden Wochen zusammenkommen (82). Doch angesichts der "fundamentalen Meinungsverschiedenheiten" und Trumps kompromissloser Haltung erscheint eine schnelle Lösung unwahrscheinlich.
Für uns als Gerechtigkeitspartei ist klar: Wir stehen an der Seite des grönländischen Volkes und seines Selbstbestimmungsrechts, wir unterstützen Dänemarks territoriale Integrität, aber wir lehnen eine Militarisierung der Arktis ab und setzen uns für diplomatische Lösungen, Abrüstung und eine friedliche, gerechte und nachhaltige Zukunft der Arktisregion ein.
Quellenverzeichnis
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(2) U.S. Department of Defense (2023): "Thule Air Base Fact Sheet", verfügbar unter: www.spaceforce.mil.
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(18) Bundesministerium der Verteidigung (2026): "Bundeswehr entsendet Erkundungsteam nach Grönland", Pressemitteilung vom 15. Januar 2026.
(19) Berliner Zeitung (2026): "Bundeswehr schickt Soldaten nach Grönland", 15. Januar 2026.
(20) Euronews (2026): "Truppen aus Europa in Grönland gelandet - Es sind auch Deutsche dabei", 16. Januar 2026.
(21) CNBC (2026): "NATO nations deploy to Greenland after tense White House talks", 15. Januar 2026.
(22) ZDF heute (2026): "Grönland-Streit: Dänen in Washington - Showdown im Oval Office?", 14. Januar 2026.
(23) taz (2026): "Nach Grönland-Treffen in Washington: Einigkeit über Uneinigkeit", 15. Januar 2026.
(24) CNN (2026): "European nations send additional troops to Greenland as US annexation threats escalate", 15. Januar 2026.
(25) taz (2026): "Grönland: Alles andere als US-Kontrolle für Trump 'inakzeptabel'", 14. Januar 2026.
(26) ZDF heute (2026): "Grönland-Streit: Dänen in Washington", 14. Januar 2026.
(27) Handelsblatt (2026): "Geopolitik: Fünf Wege für Trump zu Grönland-Annexion – Treffen am Mittwoch", 13. Januar 2026.
(28) ZDF heute (2026): "Nach Grönland-Treffen: Wird Trump Dänemarks rote Linien einhalten?", 15. Januar 2026.
(29) Euronews (2026): "Trump bittet NATO-Staaten um Unterstützung für Grönland-Übernahme", 15. Januar 2026.
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(31) Handelsblatt (2026): "Grönland: Das steckt hinter der neuen Militärmission Europas", 15. Januar 2026.
(32) TIME (2026): "Denmark Beefs Up Military in Greenland As Trump Doubles Down", 15. Januar 2026.
(33) taz (2026): "Nach Grönland-Treffen in Washington: Einigkeit über Uneinigkeit", 15. Januar 2026.
(34) Euronews (2026): "Truppen aus Europa in Grönland gelandet", 16. Januar 2026.
(35) U.S. Geological Survey (2008): "Circum-Arctic Resource Appraisal", USGS Fact Sheet 2008-3049.
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(37) Zysk, K. (2021): "Russia's Military Posture in the Arctic", in: The Global Arctic Handbook, Springer.
(38) Brady, A. (2017): "China as a Polar Great Power", Cambridge University Press.
(39) Wikipedia (2026): "Operation Arctic Endurance", Stand: 16. Januar 2026.
(40) Bundesministerium der Verteidigung (2026): Pressemitteilung vom 15. Januar 2026.
(41) Chicago Council on Global Affairs (2026): "Through 'Operation Arctic Endurance,' NATO Allies Signal a United Front Against Trump", 16. Januar 2026.
(42) Tagesspiegel (2026): "Macron spricht von 'gemeinsamen Übungen': Deutschland schickt Soldaten nach Grönland", 15. Januar 2026.
(43) The News International (2026): "'Operation Arctic Endurance': Which NATO nations are sending troops to Greenland?", 15. Januar 2026.
(44) taz (2026): "Bundeswehr in Grönland: 13 deutsche Soldaten eilen zur Hilfe", 16. Januar 2026.
(45) taz (2026): "Bundeswehr in Grönland", 16. Januar 2026.
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(47) Radio Euskirchen (2026): "Bundeswehr sendet Soldaten nach Grönland", 15. Januar 2026.
(48) t-online (2026): "Deutschland schickt Bundeswehrsoldaten nach Grönland", 15. Januar 2026.
(49) Radio Bielefeld (2026): "Gesetzentwurf im US-Senat würde Grönland-Annexion verbieten", 14. Januar 2026.
(50) ZDF heute (2026): "Nach Grönland-Treffen: Wird Trump Dänemarks rote Linien einhalten?", 15. Januar 2026.
(51) t-online (2026): "Trumps Grönland-Pläne: Republikaner wollen die Annexion stoppen", 14. Januar 2026.
(52) t-online (2026): "Republikaner wollen die Annexion stoppen", 14. Januar 2026.
(53) t-online (2026): "Republikaner wollen die Annexion stoppen", 14. Januar 2026.
(54) t-online (2026): "Republikaner wollen die Annexion stoppen", 14. Januar 2026.
(55) Chicago Council on Global Affairs (2026): "Through 'Operation Arctic Endurance'", 16. Januar 2026.
(56) Chicago Council on Global Affairs (2026): "Through 'Operation Arctic Endurance'", 16. Januar 2026.
(57) RFE/RL (2026): "NATO Mulls 'Arctic Sentry' To Ease US-Denmark Tensions Over Greenland", 16. Januar 2026.
(58) RFE/RL (2026): "NATO Mulls 'Arctic Sentry'", 16. Januar 2026.
(59) Pravda NATO (2026): "WarGonzo: The UK has proposed to NATO to create an Arctic mission to Greenland", 16. Januar 2026.
(60) RFE/RL (2026): "NATO Mulls 'Arctic Sentry'", 16. Januar 2026.
(61) RFE/RL (2026): "NATO Mulls 'Arctic Sentry'", 16. Januar 2026.
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(82) TIME (2026): "Denmark Beefs Up Military in Greenland As Trump Doubles Down", 15. Januar 2026.
القوات المسلحة الألمانية تنشر جنودًا في جرينلاند: التوترات الجيوسياسية في القطب الشمالي ومصالح الأمن الألماني
يمثل نشر جنود ألمان في جرينلاند، ضمن عملية "الصمود القطبي" متعددة الجنسيات، نقطة تحول تاريخية في السياسة الأمنية الألمانية، ويؤكد التصعيد الخطير للتوترات الجيوسياسية داخل حلف شمال الأطلسي (الناتو). ما بدأ كخلاف دبلوماسي تحول إلى واحدة من أخطر الأزمات التي شهدها الحلف منذ تأسيسه، مع صراع غير مسبوق بين الدول الأعضاء في الناتو حول سلامة أراضي حليف.
آخر التطورات: عملية "الصمود القطبي"
في 15 و16 يناير/كانون الثاني 2026، نزل جنود أوروبيون في جرينلاند للمشاركة في مهمة الاستطلاع العسكري "الصمود القطبي" بقيادة الدنمارك . ونشرت القوات المسلحة الألمانية فريق استطلاع مكونًا من 13 فردًا في نوك، عاصمة جرينلاند، على متن طائرة نقل من طراز إيرباص A400M .إلى جانب ألمانيا، تشارك فرنسا (بـ 15 جنديًا جبليًا)، والسويد، والنرويج، وهولندا، وكندا، وفنلندا، والمملكة المتحدة في المهمة .
جاء هذا العمل المنسق من قبل دول حلف شمال الأطلسي الأوروبية مباشرةً بعد اجتماع أزمة غير حاسم عُقد في البيت الأبيض في 14 يناير/كانون الثاني 2026، بين وزير الخارجية الدنماركي لارس لوك راسموسن، ووزيرة خارجية غرينلاند فيفيان موتزفيلدت، ونائب الرئيس الأمريكي جيه. دي. فانس، ووزير الخارجية ماركو روبيو ووفقًا لراسموسن، كشف الاجتماع عن "خلافات جوهرية" حول مستقبل غرينلاند .
طموحات ترامب في غرينلاند: من عروض الشراء إلى تهديدات الضم
تصاعدت حدة أزمة غرينلاند بشكل كبير منذ بداية يناير/كانون الثاني 2026. الرئيس الأمريكي دونالد ترامب، الذي اقترح شراء غرينلاند خلال ولايته الأولى عام 2019، يذهب الآن إلى أبعد من ذلك بكثير، ولا يستبعد صراحةً الضم العسكري . في سلسلة من التصريحات على منصته "تروث سوشيال"، أعلن ترامب أن "أي شيء غير ضم غرينلاند إلى الولايات المتحدة غير مقبول" .
وبرر ترامب مطالبه بثلاث حجج رئيسية: أولاً، أن غرينلاند ضرورية للأمن القومي الأمريكي، لا سيما لبناء منظومة الدفاع الصاروخي "القبة الذهبية" المزمع إنشاؤها . ثانياً، زعم أن الدنمارك عاجزة عن حماية غرينلاند بشكل كافٍ، وثالثاً، حذر من أن روسيا أو الصين ستستوليان على الجزيرة إذا لم تفعل الولايات المتحدة ذلك . إلا أن هذه الادعاءات دُحضت من قبل أجهزة الاستخبارات الدنماركية وخبراء دوليين، الذين لم يرصدوا أي زيادة غير عادية في النشاط الروسي أو الصيني في المنطقة .
وفي تصريح استفزازي بشكل خاص، دعا ترامب حلف الناتو إلى "تمهيد الطريق" أمام الولايات المتحدة للاستيلاء على غرينلاند، مدعياً أن الناتو غير فعال بدون سيطرة أمريكية على غرينلاند . كما سخر من القدرات العسكرية الدنماركية في غرينلاند واصفاً إياها بـ"زلاجتين تجرهما الكلاب"، ودعا الحلف إلى إجبار الدنمارك على الانسحاب .
رفض حاسم من الدنمارك وغرينلاند
رفضت الحكومة الدنماركية برئاسة رئيسة الوزراء ميتي فريدريكسن بشكل قاطع مطالب ترامب، وأوضحت أن أي هجوم أمريكي على غرينلاند "سيعني نهاية حلف الناتو" . وأكد وزير الخارجية راسموسن، عقب اجتماع واشنطن، أن "الأفكار التي لا تحترم وحدة أراضي مملكة الدنمارك وحق شعب غرينلاند في تقرير مصيره غير مقبولة بتاتًا" .
وأوضح رئيس وزراء غرينلاند، ينس فريدريك نيلسن، بشكل لا لبس فيه أن شعب غرينلاند وحده هو من يملك حق تقرير مصيره. وعندما سُئل عن موقف غرينلاند في حال وُضعت أمام خيار بين الولايات المتحدة والدنمارك/أوروبا، أجاب نيلسن بشكل قاطع: "سنختار حينها الدنمارك، وحلف الناتو، والاتحاد الأوروبي" . وفي شوارع نوك، يُظهر السكان وحدتهم الوطنية برفع أعلام غرينلاند الحمراء والبيضاء، رافضين أي سيطرة أمريكية .
الأهمية الاستراتيجية للقطب الشمالي في القرن الحادي والعشرين
شهدت منطقة القطب الشمالي تزايدًا ملحوظًا في أهميتها الجيوسياسية خلال السنوات الأخيرة. وتساهم عدة عوامل في هذا التطور، منها:
تغير المناخ والوصول إلى الموارد: يؤدي التغير المناخي المتسارع إلى ذوبان الجليد القطبي بشكل أسرع، مما يفتح مناطق كانت عصية على الوصول. ووفقًا لتقديرات هيئة المسح الجيولوجي الأمريكية، يقع ما يقارب 13% من احتياطيات النفط غير المكتشفة في العالم و30% من احتياطيات الغاز الطبيعي غير المكتشفة تحت المحيط المتجمد الشمالي . هذه الموارد الهائلة تجعل المنطقة مركزًا محوريًا للمصالح الاقتصادية.
الممرات البحرية الجديدة: يفتح ذوبان الجليد القطبي طرقًا ملاحية جديدة، لا سيما الممر الشمالي الشرقي على طول الساحل الروسي والممر الشمالي الغربي عبر أرخبيل القطب الشمالي الكندي. يمكن لهذه الطرق أن تختصر بشكل كبير مسارات النقل بين أوروبا وآسيا، مما يوفر فوائد اقتصادية كبيرة . لذا، فإن السيطرة على هذه الممرات البحرية ذات أهمية استراتيجية بالغة.
الأهمية العسكرية الاستراتيجية: يكتسب القطب الشمالي أهمية عسكرية استراتيجية متزايدة. في السنوات الأخيرة، وسّعت روسيا وجودها العسكري في المنطقة بشكلٍ كبير، فأعادت تفعيل قواعد عسكرية وحدّثتها، وأجرت مناورات منتظمة . كما تُعرّف الصين نفسها بأنها "دولة شبه قطبية"، وقد استثمرت استثمارات ضخمة في أبحاث القطب الشمالي وبنيته التحتية، مما أثار مخاوف بشأن تنامي النفوذ الصيني .
عملية الصمود في القطب الشمالي: أهداف ونطاق المهمة
تسعى عملية الصمود في القطب الشمالي، التي أطلقتها وتقودها الدنمارك، إلى تحقيق عدة أهداف استراتيجية :
الاستطلاع والتحضير: تتألف القوات المنتشرة حاليًا بشكل أساسي من فرق استطلاع مُكلّفة بـ"استكشاف إطار المساهمات العسكرية المحتملة لدعم الدنمارك في ضمان الأمن في المنطقة" . ويشمل ذلك على وجه التحديد تقييم قدرات المراقبة البحرية، والتحضير لمناورات أوسع نطاقًا في ظروف القطب الشمالي، وتنسيق العمليات متعددة الجنسيات.
إظهار التضامن: يحمل توقيت ورمزية هذا الانتشار أهمية سياسية بالغة. إذ تُشير الدول الأوروبية بذلك إلى دعمها غير المشروط للدنمارك، وتؤكد رفضها للمطالبات الإقليمية من قِبل عضو آخر في حلف الناتو . وقد أوضح السفير الفرنسي لدى القطبين الشمالي والجنوبي، أوليفييه بويفر دارفور، ذلك صراحة: "الهدف هو إظهار للولايات المتحدة الأمريكية أن حلف شمال الأطلسي موجود في جرينلاند" .
التخطيط للتواجد طويل الأمد: وفقًا لنائب رئيس وزراء غرينلاند، موتي إيغيدي، فإن المهمة الحالية ليست سوى البداية. الهدف هو "ترسيخ وجود عسكري أكثر استمرارية بمساهمة دنماركية أكبر" . ويشمل ذلك المزيد من الأنشطة التدريبية بالطائرات والسفن، بالإضافة إلى دعم السلطات الغرينلاندية، كالشرطة، ومراقبة البنية التحتية الحيوية.
المشاركة الألمانية: بين تضامن التحالف والقدرات القطبية
تنشط القوات المسلحة الألمانية (البوندسفير) في منطقة القطب الشمالي منذ فترة. ووفقًا لتحقيق برلماني أجراه حزب اليسار، شاركت البوندسفير في أكثر من 40 مناورة في دول القطب الشمالي منذ بداية عام 2024 . وفي سبتمبر/أيلول 2025، شارك ثلاثة جنود ألمان في مناورة "الضوء القطبي" في غرينلاند .
وفي أوائل يناير/كانون الثاني 2026، أبحرت السفينه الحربيه"ساكسن" وعلى متنها نحو 250 بحارًا في مهمة إلى مياه القطب الشمالي، بهدف حماية الممرات البحرية الاستراتيجية والبنية التحتية الحيوية في شمال المحيط الأطلسي . كان وزير الدفاع بوريس بيستوريوس قد وقّع بالفعل مذكرة تفاهم مع أيسلندا في أكتوبر 2025 لتعزيز الوجود العسكري الألماني هناك، مع التركيز على المضائق ذات الأهمية الاستراتيجية، وهي مضيق GIUK (غرينلاند-أيسلندا-بريطانيا العظمى) ومضيق الدب (بين رأس الشمال وجزيرة الدب وسفالبارد) .
تمتلك القوات المسلحة الألمانية العديد من القدرات المناسبة لتعزيز الانتشار في القطب الشمالي، بما في ذلك مشاة الجبال، التي شاركت بالفعل في مناورات الناتو في النرويج، وطائرات الدوريات البحرية بوسيدون P-8A التي دخلت الخدمة حديثًا، والمتخصصة في المراقبة البحرية والحرب المضادة للغواصات .
تزايد المقاومة لترامب - حتى في الولايات المتحدة
إن تزايد المقاومة لخطط ترامب بشأن غرينلاند داخل الولايات المتحدة نفسها أمر جدير بالملاحظة. فقد قدّمت مجموعة من أعضاء الكونغرس من الحزبين مشاريع قوانين تهدف إلى منع ترامب من اتخاذ أي إجراء عسكري ضد أي دولة عضو في الناتو دون موافقة الكونغرس . صرحت السيناتور الجمهورية ليزا موركوفسكي من ألاسكا بوضوح: "يجب النظر إلى غرينلاند كحليف، لا كمكسب" .
كما أعرب سيناتورات جمهوريون آخرون، مثل توم تيليس (كارولاينا الشمالية)، وجوني إرنست (أيوا)، وروجر ويكر (ميسيسيبي)، عن مخاوفهم علنًا . وأكد السيناتور ويكر، ذو الخبرة الطويلة: "للدنمارك وغرينلاند الحق في رفض المفاوضات مع الولايات المتحدة" . حتى رئيس مجلس النواب مايك جونسون، الموالي لترامب، اعتبر التدخل العسكري الفعلي في غرينلاند غير واقعي .
رد البيت الأبيض بانتقاد لاذع لهؤلاء المنتقدين داخل الحزب، متهمًا إياهم بخيانة المصالح الأمريكية . وصرحت المتحدثة باسم البيت الأبيض، كارولين ليفيت، بأن نشر القوات الأوروبية في غرينلاند "لن يؤثر بأي شكل من الأشكال على عملية صنع القرار لدى الرئيس أو هدفه المتمثل في السيطرة على غرينلاند" .
حلف الناتو في أزمة: هل تُشكّل مهمة "حارس القطب الشمالي" مخرجًا محتملاً؟
يواجه حلف الناتو أزمة غير مسبوقة. فالمادة الخامسة من ميثاق الناتو، التي تنص على تقديم المساعدة المتبادلة في حال وقوع هجوم مسلح، لا تُحدد آلية عمل الحلف في حال قيام دولة عضو بشن هجوم على أخرى . ويُجري الأمين العام لحلف الناتو، مارك روته، محادثات مكثفة مع واشنطن لإيجاد حل لهذه الأزمة .
ومن بين الحلول المطروحة للنقاش إنشاء مهمة دائمة لحلف الناتو، تُسمى "حارس القطب الشمالي"، والتي ستعمل على غرار مهمتي "حارس البلطيق" و"حارس الشرق" القائمتين . ويمكن لهذه المهمة تنسيق المراقبة البحرية، ومراقبة المجال الجوي، وحماية البنية التحتية الحيوية في القطب الشمالي. وقد بادرت المملكة المتحدة بتقديم هذا المقترح .
إلا أن هناك عقبات عملية كبيرة: إذ يتطلب تغطية هذه المساحة الشاسعة مئات السفن، وباستثناء دول الشمال الأوروبي وكندا، فإن عددًا قليلاً من دول الناتو لديها قوات ذات خبرة في العمل في ظروف القطب الشمالي . سيناقش قادة الدفاع في حلف الناتو هذه المسألة خلال اجتماعاتهم في بروكسل يومي 21 و22 يناير/كانون الثاني، وفي 12 فبراير/شباط .
يرى الدبلوماسيون الأوروبيون في مهمة "الحارس القطبي" فرصةً لمواجهة مزاعم ترامب بأن على الولايات المتحدة "السيطرة" على غرينلاند، ولإثبات قدرة أوروبا على إدارة جبهتين في آنٍ واحد: روسيا في الشرق، وربما روسيا والصين في القطب الشمالي . ويتمثل أحد السيناريوهات المحتملة في أن تتولى أوروبا مهام المراقبة الجوية والبحرية، بينما تُعزز الولايات المتحدة وجودها العسكري في غرينلاند.
الآثار والتحديات المترتبة على السياسة الأمنية
يمثل التواجد العسكري المتزايد للدول الغربية في القطب الشمالي فرصًا ومخاطر في آنٍ واحد:
الردع والاستقرار: يُمكن للتواجد العسكري ذي المصداقية أن يُسهم في ردع المعتدين المحتملين وتعزيز النظام الدولي القائم على القواعد. كما أنه يُرسل إشارةً واضحةً بضرورة احترام السلامة الإقليمية والسيادة، وأن حلفاء الناتو على أهبة الاستعداد للوفاء بالتزاماتهم تجاه الحلف.
مخاطر التصعيد داخل الناتو: لأول مرة في تاريخ الحلف، يواجه أعضاء الناتو بعضهم بعضًا في نزاع إقليمي. قد يُزعزع هذا الوضع أسس البنية الأمنية عبر الأطلسي، ويُؤدي إلى تداعيات طويلة الأمد على الثقة داخل الحلف .
ردود فعل روسيا: أعربت السفارة الروسية في بروكسل عن "قلقها البالغ" إزاء نشر قوات الناتو في غرينلاند، واتهمت الناتو بزيادة وجوده العسكري في المنطقة "تحت ذريعة زائفة تتمثل في تزايد التهديد من موسكو وبكين" . وينطوي هذا على خطر زيادة عسكرة القطب الشمالي وتجدد التوترات.
التحديات البنيوية: تفرض العمليات العسكرية في القطب الشمالي متطلبات بالغة على الأفراد والمعدات. فالظروف المناخية، والتحديات اللوجستية، ومحدودية البنية التحتية، تستلزم معدات وتدريبًا متخصصين. ويتعين على القوات المسلحة الألمانية استثمار مبالغ طائلة لضمان جاهزيتها العملياتية في هذه البيئة الصعبة.
دور غرينلاند بين حق تقرير المصير والمصالح الخارجية
بالنسبة لغرينلاند نفسها، يمثل الاهتمام الدولي فرصة وتحدي في آن واحد. فالجزيرة، التي يبلغ عدد سكانها حوالي 56 ألف نسمة، تمتلك موارد معدنية هائلة، لا سيما العناصر الأرضية النادرة، الضرورية للتقنيات الحديثة . ويمكن للتنمية الاقتصادية لهذه الموارد أن تساعد غرينلاند على تحقيق استقلال اقتصادي أكبر، وأن تجعل الاستقلال التام عن الدنمارك، الذي طال انتظاره، أكثر واقعية.
في الوقت نفسه، ثمة خطر من أن تصبح غرينلاند أداة في صراعات القوى الخارجية. وقد أكدت حكومة غرينلاند برئاسة رئيس الوزراء ينس فريدريك نيلسن مرارًا وتكرارًا على ضرورة احترام حق تقرير المصير للشعب الغرينلاندي في أي نقاش حول مستقبل غرينلاند . يجب الاستماع إلى أصوات السكان الأصليين، ولا سيما الإنويت، واحترامها في هذه النقاشات.
عقب اجتماع واشنطن، أكدت وزيرة خارجية غرينلاند، فيفيان موتزفيلدت، أن غرينلاند منفتحة على محادثات تعزيز التعاون الأمني، لكن سلامة أراضيها وحقها في تقرير المصير أمران غير قابلين للتفاوض .
صادرات الأسلحة الألمانية إلى منطقة القطب الشمالي
من الجوانب التي غالبًا ما يتم تجاهلها في السياسة الألمانية تجاه القطب الشمالي، صادراتها الواسعة من الأسلحة إلى المنطقة. ووفقًا لرد حزب اليسار على استفسار برلماني، سلمت ألمانيا أسلحة بقيمة تقارب 3 مليارات يورو إلى دول القطب الشمالي في عام 2025 . وتتصدر النرويج القائمة بواردات أسلحة من ألمانيا تتجاوز 1.3 مليار يورو، ويعود ذلك أساسًا إلى توريد الغواصات الألمانية، التي تُعد من أغلى المعدات العسكرية .
ينتقد السياسي في حزب اليسار، كريستيان ثودن، هذا التراكم للأسلحة في أقصى الشمال، قائلاً: "نحن ندعو إلى الاستخدام السلمي الحصري للقطب الشمالي، وإلى الحماية المستمرة لنظامه البيئي الفريد، المُهدد بتغير المناخ" . يتناقض هذا الموقف بشكل حاد مع التوجه الحالي نحو عسكرة المنطقة.
ردود الفعل السياسية في ألمانيا
تتباين ردود الفعل السياسية على نشر القوات المسلحة الألمانية:
الخضر: رحّبت سارة ناني، خبيرة الشؤون الدفاعية في حزب الخضر، بنشر القوات باعتباره "رمزًا قويًا"، لكنها حذّرت من ضرورة أن تُكمَّل هذه البادرة العسكرية بـ"تهديدات دبلوماسية ملموسة موجّهة إلى البيت الأبيض". وأكدت على ضرورة أن يوضح المستشار فريدريش ميرتس أن الولايات المتحدة ستواجه عواقب وخيمة إذا استمرت في تقويض وحدة حلف شمال الأطلسي .
الحزب الديمقراطي الحر: وصفت ماري-أغنيس ستراك-زيمرمان، رئيسة لجنة الدفاع في البرلمان الأوروبي، نشر القوات بأنه "المبادرة الأوروبية الأمثل لتوضيح موقفنا بشكل قاطع للبيت الأبيض، بأننا نقف إلى جانب غرينلاند والدنمارك" .
اتحاد الحزب الديمقراطي الحر: صرّح توماس إرندل (من الاتحاد الاجتماعي المسيحي)، المتحدث باسم السياسة الدفاعية للمجموعة البرلمانية للاتحاد الديمقراطي المسيحي/الاتحاد الاجتماعي المسيحي، قائلاً: "بهذا، يُظهر الأوروبيون، من جهة، أنهم يُلبّون المخاوف الأمنية للولايات المتحدة، ومن جهة أخرى، أن أي إجراء غير منسق من جانب الرئيس الأمريكي سيخلق وضعاً لا يُمكن السيطرة عليه" .
الأبعاد الاقتصادية: الموارد والتجارة والتنمية المستدامة
إلى جانب جوانب السياسة الأمنية، تلعب الاعتبارات الاقتصادية دوراً محورياً. يُثير تطوير موارد القطب الشمالي تساؤلات معقدة:
أمن المواد الخام: بالنسبة لألمانيا، كدولة فقيرة بالموارد، يُعدّ الوصول إلى المعادن وموارد الطاقة الحيوية أمراً بالغ الأهمية. ويُشكّل تنويع مصادر الإمداد وتقليل الاعتماد على موردين محددين، مثل الصين أو روسيا، أهدافاً استراتيجية رئيسية للسياسة الاقتصادية الألمانية .
حماية البيئة والمناخ: في الوقت نفسه، يتعارض تطوير موارد القطب الشمالي تعارضاً جوهرياً مع أهداف حماية المناخ. يُعدّ القطب الشمالي من أكثر المناطق تضرراً من تغير المناخ، وقد يُؤدي استمرار استخدامه الصناعي إلى عواقب بيئية وخيمة. يتعين على ألمانيا إيجاد سبيل للتوفيق بين مصالحها الاقتصادية ومسؤوليتها الذاتية تجاه حماية المناخ والتنمية المستدامة .
الاستثمارات في البنية التحتية: يتطلب تطوير طرق التجارة في القطب الشمالي استثمارات ضخمة في البنية التحتية للموانئ، وأنظمة الملاحة، وقدرات الاستجابة للطوارئ. وبصفتها دولة مُصدِّرة، فإن لألمانيا مصلحة حيوية في طرق التجارة العالمية الفعّالة، ولكن عليها أيضًا مراعاة التكاليف البيئية والاجتماعية لمثل هذه التطورات.
الإطار القانوني: اتفاقية قانون البحار والمطالبات الإقليمية
الوضع القانوني في القطب الشمالي معقد ومتنازع عليه جزئيًا. توفر اتفاقية الأمم المتحدة لقانون البحار لعام 1982 الإطار القانوني الأساسي للمطالبات البحرية، بما في ذلك المناطق الاقتصادية الخالصة وامتدادات الجرف القاري . وقد قدمت عدة دول ساحلية طلبات لتوسيع مطالباتها على الجرف القاري، والتي تتداخل جزئيًا وتؤدي إلى توترات.
تُعد مسألة السيادة الإقليمية حساسة للغاية في سياق الأزمة الراهنة. لا شك أن غرينلاند تخضع للسيادة الدنماركية، مع تمتعها بحكم ذاتي واسع. ومحاولة ترامب الطعن في هذه السلامة الإقليمية تُشكل انتهاكًا جوهريًا للقانون الدولي ومبادئ حلف شمال الأطلسي .
الهجوم الدبلوماسي الفرنسي
أوضحت فرنسا دعمها للدنمارك وغرينلاند بشكلٍ جليّ. فقد أعلن الرئيس إيمانويل ماكرون أن البعثة الدبلوماسية الفرنسية الرسمية في غرينلاند ستبدأ عملياتها في 6 فبراير/شباط 2026 .ودعا وزير الخارجية الفرنسي جان نويل بارو الولايات المتحدة إلى "الكف عن ابتزاز غرينلاند والمطالبة بالسيطرة على أكبر جزيرة في العالم" .
علاوة على ذلك، عقد ماكرون اجتماعًا طارئًا لمجلس الدفاع الوطني في قصر الإليزيه لمناقشة أزمة غرينلاند . وتؤكد هذه الإجراءات على الجدية التي تنظر بها الدول الأوروبية الرائدة إلى الوضع.
وجهات نظر حزب العدالة: من أجل سياسة سلمية وعادلة ومستدامة في القطب الشمالي
بصفتنا حزب العدالة - فريق تودنهوفر، يجب علينا متابعة هذه التطورات بأقصى درجات الاهتمام، ووضع مواقف واضحة:
أولوية الدبلوماسية: يجب ألا يكون الوجود العسكري غاية في حد ذاته. نحن ندعو إلى اتباع نهج دبلوماسي في المقام الأول تجاه قضايا القطب الشمالي، قائم على الحوار والتعاون والمفاوضات متعددة الأطراف. يجب أن يكون تعزيز مجلس القطب الشمالي ومنصات التعاون الأخرى أولوية.
احترام حق تقرير المصير: يجب أن تكون حقوق ومصالح شعوب غرينلاند والمناطق القطبية الأخرى، ولا سيما المجتمعات الأصلية، في صميم جميع القرارات السياسية. لا يجوز تغليب مصالح القوى العظمى الخارجية على التطلعات المشروعة لتقرير المصير. ندعم دعمًا كاملًا حق شعب غرينلاند في تقرير مصيره.
العدالة المناخية: يُعدّ القطب الشمالي ضحيةً لأزمة المناخ، ومصدرًا محتملاً لتفاقمها. يجب أن تُعطي السياسة المسؤولة تجاه القطب الشمالي الأولوية لحماية المناخ والتنمية المستدامة. يتعارض استغلال موارد الوقود الأحفوري في القطب الشمالي تعارضًا مباشرًا مع اتفاقية باريس للمناخ، ويجب دراسته دراسةً نقدية .
الشفافية والرقابة الديمقراطية: يجب عرض عمليات الانتشار العسكري وقرارات السياسة الأمنية بهذا الحجم على البرلمان الألماني (البوندستاغ) للموافقة عليها ومناقشتها علنًا. تُعدّ الشرعية الديمقراطية والرقابة البرلمانية على تدابير السياسة الخارجية والأمنية أمرًا جوهريًا. ومن الجدير بالذكر أن الحكومة الألمانية قررت نشر جنود ألمان في غرينلاند دون مناقشة برلمانية شاملة مسبقة.
الحد من التسلح ونزع السلاح: بدلاً من زيادة عسكرة القطب الشمالي، ينبغي لألمانيا أن تدعو إلى اتفاقيات للحد من التسلح وتدابير لبناء الثقة في المنطقة. يجب أن يكون القطب الشمالي منطقة تعاون لا مواجهة. إن صادرات ألمانيا الضخمة من الأسلحة إلى منطقة القطب الشمالي، والتي تبلغ قيمتها 3 مليارات يورو، تتناقض جوهرياً مع هذا المبدأ.
انتقاد الصراعات الداخلية بين القوى الإمبريالية: تكشف الأزمة الحالية عن تناقضات سياسات القوى الإمبريالية. فعندما تُطالب دول أعضاء في حلف الناتو بأراضٍ ضد بعضها البعض وتهدد باستخدام القوة العسكرية، فإن ذلك يُظهر هشاشة نظام التحالف الذي يدّعي خدمة السلام والأمن. نرفض رفضاً قاطعاً المطالبات الإمبريالية - بغض النظر عن مصدرها.
التضامن مع الدنمارك، مع موقف نقدي تجاه العسكرة: بينما ندعم بلا قيد أو شرط حق الدنمارك وغرينلاند في سلامة أراضيهما، فإننا نرى أن تزايد عسكرة القطب الشمالي تطور إشكالي. لا يكمن الحل في سباق تسلح في أقصى الشمال، بل يجب البحث عنه في الاتفاقيات الدبلوماسية واللوائح الدولية.
الخلاصة: أزمة غرينلاند كنقطة تحول في العلاقات عبر الأطلسي
إن نشر القوات الألمانية في غرينلاند ليس مجرد إجراء عسكري تقني، بل هو رمز للأزمة العميقة التي تواجه حلف الناتو والعلاقات عبر الأطلسي. فللمرة الأولى في تاريخ الحلف، تهدد دولة عضو صراحةً بضم أراضي دولة عضو أخرى بالقوة، مما يهز أركان المنظومة الأمنية الغربية.
يتحول القطب الشمالي بشكل متزايد إلى ساحة للتنافس بين القوى العالمية، والمصالح الاقتصادية، والأزمات البيئية. وتواجه ألمانيا تحدي وضع سياسة متماسكة تجاه القطب الشمالي، تُوفق بين أهداف متعددة، بل ومتضاربة أحيانًا، تشمل: تضامن الحلف واستقلاليته الاستراتيجية، والمصالح الاقتصادية وحماية المناخ، والاحتياجات الأمنية ونزع السلاح، والسيادة الوطنية والتعاون الدولي.
يمكن النظر إلى عملية "الصمود في القطب الشمالي" كمحاولة من الدول الأوروبية لتقديم مخرج دبلوماسي لترامب: فمن خلال تعزيز وجودها ومشاركتها في القطب الشمالي، تستطيع أوروبا الادعاء بأن مخاوفها الأمنية قد تمت معالجتها دون الحاجة فعليًا إلى ضم غرينلاند. ويبقى نجاح هذه الاستراتيجية رهنًا بالوقت. إن تأكيدات ترامب المتكررة بأن "أي شيء آخر غير السيطرة الأمريكية غير مقبول" لا تترك مجالاً كبيراً للتفاؤل.
بصفتنا حزبًا ملتزمًا بالعدالة، نطالب بسياسة قطبية شمالية تُكرّس جهودها للسلام والعدالة والاستدامة البيئية. يجب على الحكومة الألمانية أن تُوضّح بشفافية أهداف وجودها العسكري في غرينلاند، والمخاطر المُصاحبة له، وكيف تضمن امتثال سياستها الخارجية والأمنية للقيم المنصوص عليها في قانوننا الأساسي.
يجب ألا يُصبح القطب الشمالي ساحةً للتصعيد الجيوسياسي. بل يجب أن يُنظر إليه على أنه إرثٌ مشتركٌ للبشرية، لا يُمكن حمايته واستخدامه المُستدام إلا من خلال التعاون الدولي. بإمكان ألمانيا، بل يجب عليها، أن تضطلع بدورٍ بنّاءٍ هنا، لا كقوةٍ عظمى تسعى للهيمنة، بل كشريكٍ موثوقٍ به في خدمة السلام والعدالة العالمية.
ستُظهر الأسابيع والأشهر القادمة ما إذا كانت الجهود الدبلوماسية ستُكلل بالنجاح، أو ما إذا كانت أزمة غرينلاند ستُصبح نقطة تحوّلٍ تاريخية تُغيّر بشكلٍ دائمٍ حلف الناتو والعلاقات عبر الأطلسي. سيجتمع فريق العمل المُتفق عليه في اجتماع واشنطن خلال الأسابيع القادمة . مع ذلك، ونظرًا لـ"الاختلافات الجوهرية في الرأي" وموقف ترامب المُتعنّت، يبدو التوصل إلى حلٍ سريعٍ أمرًا مُستبعدًا.
بالنسبة لنا كحزب العدالة، هناك أمر واحد واضح: نحن نقف مع شعب غرينلاند وحقهم في تقرير المصير، وندعم وحدة أراضي الدنمارك، لكننا نرفض عسكرة القطب الشمالي وندعو إلى حلول دبلوماسية ونزع السلاح ومستقبل سلمي وعادل