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Menschen in Ausbildung abschieben?

Menschen in Ausbildung abschieben?

Schirin Simo
Innenpolitik
08. December 2025
9 Min. Lesezeit

Arabische Übersetzung am Ende.   الترجمة العربية موجودة أدناه.

Menschen in Ausbildung abschieben? Ein Widerspruch zu Gerechtigkeit, Pragmatismus und Menschlichkeit

In Deutschland leben derzeit zehntausende junge Menschen, die sich in Ausbildung befinden, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und einen wertvollen Beitrag zu unserer Wirtschaft leisten – und dennoch jederzeit von Abschiebung bedroht sind. Diese Realität offenbart einen fundamentalen Widerspruch in der deutschen Migrations- und Integrationspolitik: Während einerseits über Fachkräftemangel geklagt wird und Integrationserfolge gefeiert werden, werden andererseits genau jene Menschen abgeschoben, die bereits den schwierigen Weg der Integration gegangen sind und sich beruflich qualifizieren.

Die paradoxe Realität: Ausbildung als unsicherer Aufenthaltsstatus

Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit befanden sich im Dezember 2024 rund 50.000 Menschen aus den häufigsten Asylherkunftsländern und etwa 11.000 aus der Ukraine in einer Ausbildung[1]. Viele von ihnen leben jedoch mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus, der ihre Zukunft und die ihrer Ausbildungsbetriebe permanent bedroht. Die sogenannte "3+2-Regelung" sollte eigentlich Rechtssicherheit schaffen: drei Jahre Aufenthalt während der Ausbildung plus zwei Jahre danach für die Beschäftigung im erlernten Beruf[2]. Doch die Praxis zeigt ein anderes Bild.

Behörden interpretieren die gesetzlichen Vorgaben unterschiedlich, die Duldung muss regelmäßig verlängert werden, und bei jedem Behördengang schwebt über den Betroffenen die Unsicherheit, ob sie ihre Ausbildung überhaupt fortsetzen können. Eine Analyse des Politikwissenschaftlers Dietrich Thränhardt aus dem Jahr 2024 stellte fest, dass bürokratische Hürden Geflüchtete an vielen Stellen davon abhalten, eine Tätigkeit aufzunehmen und entsprechend ihrer Qualifikation zu arbeiten[3]. Der Deutsche Verein betonte 2024, dass Fachkräftemangel und sehr hohe Auslastung der Ausländerbehörden oft zu langen Bearbeitungszeiten führen, was dazu führen kann, dass Betriebe sich aus einem angebahnten Ausbildungsverhältnis zurückziehen[4].

Der volkswirtschaftliche Irrsinn

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist keine abstrakte Prognose mehr, sondern längst bittere Realität. Im Oktober 2024 fehlten laut Institut der deutschen Wirtschaft bundesweit über 530.000 qualifizierte Fachkräfte[5]. Trotz einer leichten Entspannung geben Unternehmen den Fachkräftemangel weiterhin als massives Problem an. Gleichzeitig werden Menschen abgeschoben, die bereits dabei sind, genau diese Lücken zu füllen.

Die Investition in einen Auszubildenden ist beträchtlich: Betriebe investieren Zeit, Geld und Ressourcen in die Ausbildung junger Menschen. Wenn diese dann kurz vor oder nach Abschluss ihrer Ausbildung abgeschoben werden, ist diese Investition verloren – für den Betrieb, für die Gesellschaft und vor allem für den Menschen selbst. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bezifferte die durchschnittlichen Kosten einer Ausbildung für Betriebe auf etwa 20.000 bis 30.000 Euro pro Auszubildenden[6]. Diese Summe wird im Falle einer Abschiebung schlichtweg vernichtet.

Darüber hinaus zeigen Studien des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, dass erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten erhebliche positive Effekte auf die öffentlichen Haushalte haben kann. Entscheidend ist dabei die Geschwindigkeit der Integration: Je schneller Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden, desto größer ist ihr langfristiger fiskalischer Beitrag[7]. Eine Abschiebung nach erfolgreicher Integration bedeutet also nicht nur einen humanitären, sondern auch einen ökonomischen Verlust.

Bildung ist kein Privileg – sondern ein Gemeinschaftsgut

Die Debatte um Bleiberecht für Auszubildende wird oft auf die Frage reduziert, ob Bildung als "Schutz-Mittel" vor Abschiebung missbraucht werden könnte. Diese Perspektive verkennt grundlegend, was Bildung in einer demokratischen Gesellschaft bedeutet: Bildung ist keine Ware, die man sich erkaufen kann, um Aufenthaltsrechte zu erlangen. Bildung ist vielmehr ein fundamentales Element des Gemeinwohls, das allen Menschen zugutekommen sollte – und von dem die gesamte Gesellschaft profitiert.

Wenn junge Menschen eine Ausbildung beginnen, dann zeigen sie damit ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sich zu qualifizieren und aktiv zur Gesellschaft beizutragen. Sie erlernen nicht nur einen Beruf, sondern auch Sprache, kulturelle Codes und soziale Kompetenzen. Sie bauen Beziehungen auf, zu Kolleginnen und Kollegen, zu Kundinnen und Kunden, zur Nachbarschaft. Integration ist kein bürokratischer Akt, sondern ein gelebter Prozess – und genau diesen Prozess durchlaufen Auszubildende täglich.

Der Sachverständigenrat für Integration und Migration betonte in seinem Jahresgutachten 2022, dass Bildung und Ausbildung die zentralen Schlüssel für erfolgreiche Integration darstellen[8]. Menschen, die sich in Ausbildung befinden, haben bereits einen entscheidenden Schritt der Integration vollzogen. Sie abzuschieben bedeutet, diese Integrationsleistung zu negieren und zu entwerten.

Die menschliche Dimension: Lebensläufe, keine Aktenzeichen

Hinter jeder Abschiebung steht ein konkreter Mensch mit einer individuellen Geschichte, mit Träumen, Plänen und Beziehungen. Die Betroffenen sind keine abstrakten Fälle oder bürokratische Kürzelvorgänge – sie sind junge Menschen, die morgens zur Arbeit gehen, die abends Vokabeln lernen, die in Sportvereinen aktiv sind und Freundschaften pflegen.

Die Abschiebung eines Menschen, der sich mitten in der Ausbildung befindet, bedeutet einen massiven Bruch in der Biographie. Ausbildungsverträge werden hinfällig, soziale Bindungen werden gekappt, aufgebaute Perspektiven werden zerstört. Für die Betroffenen bedeutet eine Abschiebung oft die Rückkehr in Länder, in denen sie keine berufliche Zukunft haben, in denen ihre in Deutschland erworbenen Qualifikationen nicht anerkannt werden, oder in denen sie gar akut bedroht sind.

Studien zur psychischen Gesundheit von Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus zeigen eindeutig: Die permanente Angst vor Abschiebung führt zu erheblichen psychischen Belastungen, darunter Angststörungen, Depressionen und Traumatisierungen[9]. Diese Belastungen wirken sich nicht nur auf die Betroffenen selbst aus, sondern auch auf ihr Umfeld – ihre Mitschülerinnen und Mitschüler in der Berufsschule, ihre Kolleginnen und Kollegen im Betrieb, ihre Freundinnen und Freunde.

Verwaltungslogik versus Menschlichkeit: Ein Systemfehler

Das Problem liegt nicht primär bei einzelnen Sachbearbeiterinnen oder Sachbearbeitern in Ausländerbehörden, sondern im System selbst. Die deutsche Migrations- und Integrationspolitik ist geprägt von einem Misstrauen gegenüber Migrantinnen und Migranten, das sich in bürokratischen Hürden, komplexen Regelungen und restriktiven Auslegungen manifestiert.

Die Gesetze sind so gestaltet, dass sie maximale Kontrolle und minimale Rechtssicherheit bieten. Menschen werden in Kategorien eingeteilt – Geduldete, Gestattete, Aufenthaltsberechtigte –, und diese Kategorien entscheiden über ihr gesamtes Leben. Dabei wird übersehen, dass Menschen nicht in Schubladen passen und dass erfolgreiche Integration Zeit, Stabilität und Vertrauen benötigt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte bereits mehrfach, dass die rechtliche Unsicherheit für Auszubildende mit Fluchthintergrund nicht nur die Betroffenen selbst belastet, sondern auch Betriebe davon abhält, Geflüchtete auszubilden[10]. Wenn Unternehmen nicht sicher sein können, dass ihre Auszubildenden die Ausbildung auch beenden können, sinkt die Bereitschaft, überhaupt Ausbildungsplätze anzubieten.

Die aktuelle Arbeitsmarktlage

Die Entwicklung zeigt sich auch in den Beschäftigungszahlen: Die Zahl der Beschäftigten aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern ist 2024 auf über 700.000 gestiegen[11]. Im Dezember 2024 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei 34,97 Millionen – während die Zahl deutscher Beschäftigter um 0,6 Prozent sank, stieg die Zahl der ausländischen Beschäftigten deutlich um 4,9 Prozent[12]. Diese Zahlen zeigen deutlich: Migration ist längst ein tragender Pfeiler unseres Arbeitsmarktes.

Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel eine Herausforderung. Das Institut der deutschen Wirtschaft ermittelte, dass im Jahr 2024 deutschen Unternehmen durch den Fachkräftemangel bei Vollauslastung 49 Milliarden Euro entgingen[13]. In 352 von 801 Berufsgruppen – das sind 44 Prozent aller Berufsgruppen – besteht aktuell ein Fachkräftemangel[14].

Unsere Forderungen: Gerechtigkeit konkret

Vor diesem Hintergrund fordert die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer eine grundlegende Neuausrichtung der Migrations- und Integrationspolitik:

Ein bedingungsloses Bleiberecht für Auszubildende: Wer eine Ausbildung beginnt, muss die Sicherheit haben, diese auch beenden zu können – und danach die Chance erhalten, im erlernten Beruf zu arbeiten. Das bedeutet: keine Abschiebung während der Ausbildung, keine bürokratischen Hürden bei der Verlängerung von Aufenthaltstiteln, keine Ungleichbehandlung aufgrund des Herkunftslandes.

Schluss mit Verwaltungswillkür: Die Auslegung von Gesetzen darf nicht vom Zufall abhängen oder von der jeweiligen Behörde. Wir brauchen klare, eindeutige und menschenfreundliche Regelungen, die bundesweit einheitlich angewendet werden. Die Ermessensspielräume, die derzeit zu willkürlichen Entscheidungen führen, müssen zugunsten verbindlicher Rechtsansprüche abgeschafft werden.

Menschlichkeit vor Verwaltungslogik: Integration ist kein bürokratischer Vorgang, sondern ein gelebter Prozess. Politik muss Menschen als Menschen sehen – mit ihren Fähigkeiten, ihren Beiträgen und ihrer Würde. Das bedeutet auch: Abschiebungen in Länder, in denen Menschen keine Perspektive haben oder gar bedroht sind, müssen grundsätzlich ausgesetzt werden.

Gerechtigkeit heißt: Hier bleiben können

Gerechtigkeit erschöpft sich nicht darin, Menschen theoretische Rechte zuzugestehen. Gerechtigkeit bedeutet, dass Menschen tatsächlich die Möglichkeit haben, ihr Leben zu gestalten, ihre Talente zu entfalten und Teil der Gemeinschaft zu sein. "Hier bleiben dürfen" ist nicht dasselbe wie "hier bleiben können" – denn zwischen der formalen Erlaubnis und der realen Möglichkeit liegen oft Welten: bürokratische Hürden, finanzielle Zwänge, soziale Ausgrenzung.

Wer in Deutschland eine Ausbildung macht, wer arbeitet, wer lernt, wer Verantwortung übernimmt – der sollte nicht nur geduldet werden, sondern willkommen sein. Diese Menschen sind keine Bittstellerinnen und Bittsteller, sondern sie sind Teil unserer Gesellschaft. Sie tragen dazu bei, dass unser Gemeinwesen funktioniert, dass Pflegeheime Personal haben, dass Handwerksbetriebe Aufträge annehmen können, dass unsere Wirtschaft läuft.

Die Abschiebung von Menschen in Ausbildung ist nicht nur unmenschlich – sie ist auch unklug, ungerecht und schädlich für uns alle. Es ist höchste Zeit, dass Deutschlands Migrations- und Integrationspolitik dies anerkennt und entsprechend handelt.

Quellenverweise

[1] Mediendienst Integration (2025): Arbeit und Bildung – Flucht & Asyl, Zahlen und Fakten. Stand: August 2025. (Daten: Dezember 2024)

[2] Bundesministerium des Innern und für Heimat (2024): Die 3+2-Regelung für Auszubildende mit Duldung. Berlin.

[3] Thränhardt, Dietrich (2024): Chancen besser nutzen: Die Arbeitsintegration der Schutzsuchenden aus der Ukraine. Zitiert nach: Mediendienst Integration (2025).

[4] Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (2024): Empfehlungen zur Berufsausbildung Geflüchteter. Berlin.

[5] Institut der deutschen Wirtschaft – IW (2024): Fachkräftemangel im Oktober 2024. Köln. Zitiert nach: IQB Karrieremagazin (August 2025).

[6] Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung – IAB (2021): Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung. IAB-Kurzbericht 23/2021. Nürnberg.

[7] Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung – ZEW (2024): EU-Migrationspolitik: Arbeitsmarktintegration beschleunigen. Mannheim.

[8] Sachverständigenrat für Integration und Migration – SVR (2022): Jahresgutachten 2022: Systemrelevant: Migration als Stütze und Herausforderung für die Gesundheitsversorgung in Deutschland. Berlin.

[9] Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer – BAfF (2021): Versorgungsbericht zur psychosozialen Versorgung von Flüchtlingen und Folteropfern in Deutschland. Berlin.

[10] Deutscher Gewerkschaftsbund – DGB (2023): Ausbildung statt Abschiebung – Für ein Bleiberecht für Auszubildende. Positionspapier. Berlin.

[11] Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände – BDA (2025): Geflüchtete – Integration in den Arbeitsmarkt. Stand: August 2025.

[12] Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2025a): Beschäftigungsstatistik Dezember 2024. Nürnberg. Zitiert nach: Wirtschaftsdienst (2025): Konjunkturschwäche und Fachkräftemangel: aktuelle Trends auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

[13] Institut der deutschen Wirtschaft – IW (2024): Wirtschaft verliert 49 Milliarden Euro durch Fachkräftemangel. IW-Kurzbericht Nr. 27/2024. Köln.

[14] Bundeswirtschaftsministerium (2024): Fachkräftemangel in Deutschland. Zitiert nach: My Recruiting (Juli 2024): Fachkräftemangel Statistik.

 

ترحيل الأشخاص الذين يتلقون تدريبًا مهنيًا؟ تناقضٌ بين العدالة والبراغماتية والإنسانية

يعيش عشرات الآلاف من الشباب حاليًا في ألمانيا، ممن يتلقون تدريبًا مهنيًا، ويشاركون بنشاط في الحياة الاجتماعية، ويُسهمون إسهامًا قيّمًا في اقتصادنا، ومع ذلك يُهددون باستمرار بالترحيل. يكشف هذا الواقع عن تناقض جوهري في سياسة الهجرة والاندماج الألمانية: فبينما تُثار شكاوى من نقص العمالة الماهرة واحتفالاتٌ بنجاح الاندماج، يُرحّل من ناحية أخرى أولئك الذين سلكوا بالفعل طريق الاندماج الصعب ويحصلون على مؤهلات مهنية.

الواقع المتناقض: التدريب المهني كإقامة غير آمنة

وفقًا للأرقام الحالية الصادرة عن الوكالة الاتحادية للتوظيف، كان حوالي 32,000 لاجئ يتلقون تدريبًا مهنيًا في شركات بنهاية عام 2023.[1] ومع ذلك، يعيش الكثير منهم في إقامة غير آمنة تُهدد باستمرار مستقبلهم ومستقبل شركات التدريب التي يتدربون لديها. كان من المفترض أن تحددما يُسمى بقاعدة "3+2" ضمانًا قانونيًا: ثلاث سنوات إقامة خلال التدريب المهني، وسنتان بعدها للعمل في المهنة المُكتسبة.[2] لكن في الواقع يختلف الوضع.

تفسر السلطات المتطلبات القانونية بشكل مختلف، ويتعين تجديد تصاريح الإقامة المؤقتة بانتظام، ومع كل زيارة للسلطات، يواجه المتضررون حالة من عدم اليقين بشأن قدرتهم على مواصلة تدريبهم. وقد وجدت دراسة أجراها المعهد الألماني للبحوث الاقتصادية (DIW) أن هذا الغموض القانوني يُلقي بعبء هائل على كل من المتدربين والشركات، ويُعيق بشكل كبير عمليات الاندماج.[3]

العبث الاقتصادي

لم يعد نقص العمالة الماهرة في ألمانيا مجرد تنبؤ نظري، بل واقع مُرّ. ووفقًا لوكالة التوظيف الفيدرالية، شهد عام 2023 نقصًا هائلًا في العمالة المؤهلة في قطاعات عديدة، لا سيما في المهن الماهرة، والتمريض، والمهن التقنية.[4] في الوقت نفسه، يُرحّل الأشخاص الذين يعملون بالفعل على سد هذه الفجوات تحديدًا.

الاستثمار في المتدرب كبير: تستثمر الشركات الوقت والمال والموارد في تدريب الشباب. إذا تم ترحيل هؤلاء الأفراد قبل أو بعد فترة وجيزة من إكمال تدريبهم المهني، فإن هذا الاستثمار يضيع - للشركة والمجتمع، وقبل كل شيء، للفرد. وقد قدر معهد أبحاث التوظيف (IAB) متوسط ​​تكلفة التدريب المهني للشركات بحوالي 20,000 إلى 30,000 يورو لكل متدرب [5]. يتم مسح هذا المبلغ ببساطة في حالة الترحيل.

وعلاوة على ذلك، تشير الدراسات إلى أن إكمال اللاجئين للتدريب المهني بنجاح له تأثير إيجابي كبير على المالية العامة. وقد حسب مركز البحوث الاقتصادية الأوروبية (ZEW) أن اللاجئين الذين يتم دمجهم في سوق العمل يساهمون في نهاية المطاف في أنظمة الضمان الاجتماعي أكثر مما يتلقونه [6]. وبالتالي، فإن الترحيل بعد الاندماج الناجح لا يمثل خسارة إنسانية فحسب، بل يمثل أيضًا خسارة اقتصادية.

التعليم ليس امتيازًا، بل منفعة عامة

غالبًا ما يُختصر الجدل الدائر حول حق الإقامة للمتدربين في مسألة ما إذا كان يُمكن إساءة استخدام التعليم كـ"إجراء وقائي" من الترحيل. يُسيء هذا المنظور فهم معنى التعليم في مجتمع ديمقراطي، فهو ليس سلعة تُشترى للحصول على حقوق الإقامة، بل هو عنصر أساسي من عناصر المنفعة العامة التي ينبغي أن يستفيد منها الجميع، والتي يستفيد منها المجتمع ككل.

عندما يبدأ الشباب التدريب المهني، يُظهرون استعدادهم لتحمل المسؤولية، واكتساب المؤهلات، والمساهمة بفعالية في المجتمع. فهم لا يتعلمون مهنة فحسب، بل يتعلمون أيضًا لغةً وقواعد ثقافية ومهارات اجتماعية. ويبنون علاقات مع زملائهم وعملائهم وجيرانهم. الاندماج ليس عملاً بيروقراطيًا، بل عملية واقعية ، وهذه هي تحديدًا العملية التي يمر بها المتدربون يوميًا.

في تقريره السنوي لعام ٢٠٢٢، أكد مجلس الخبراء المعني بالتكامل والهجرة أن التعليم والتدريب هما مفتاح التكامل الناجح.[٧] لقد اتخذ الأشخاص الذين يخضعون للتدريب المهني خطوةً حاسمةً نحو الاندماج. إن ترحيلهم يُلغي ويُقلل من قيمة هذا الجهد التكاملي.

البعد الإنساني: قصص حياة، لا أرقام ملفات

وراء كل ترحيل شخص حقيقي له قصةٌ وأحلام وخططٌ وعلاقاتٌ شخصية. المتضررون ليسوا حالاتٍ مجردة أو إجراءاتٍ بيروقراطية، بل هم شبابٌ يذهبون إلى العمل صباحًا، ويدرسون المفردات مساءً، وينشطون في النوادي الرياضية، ويحافظون على صداقاتهم.

“يعد ترحيل شخص خلال فترة التدريب المهني الطويلة انقطاعًا كبيرًا في مسار حياته. تُصبح عقود التدريب المهني لاغية، وتُقطع الروابط الاجتماعية، وتُدمر الآفاق المُستقرة. بالنسبة للمتضررين، غالبًا ما يعني الترحيل العودة إلى بلدانٍ لا مستقبل لهم فيها، أو حيث لا يُعترف بمؤهلاتهم المكتسبة في ألمانيا، أو “حتى عندما يكونون في خطر مفاجئ

تُظهر الدراسات المتعلقة بالصحة النفسية للأشخاص ذوي وضع الهجرة غير المستقر بوضوح أن الخوف المستمر من الترحيل يؤدي إلى ضائقةٍ نفسيةٍ كبيرة، بما في ذلك اضطرابات القلق والاكتئاب والصدمات النفسية.[8] لا يقتصر تأثير هذه المعاناة على المتأثرين بها مباشرةً فحسب، بل يمتد ليشمل بيئتهم الاجتماعية أيضًا - زملاؤهم في المدارس المهنية، وزملائهم في العمل، وأصدقائهم.

المنطق الإداري في مواجهة الإنسانية: خلل منهجي

لا تكمن المشكلة بالأساس في موظفي الحالات الفردية في مكاتب الهجرة، بل في النظام نفسه. تتميز سياسة الهجرة والتكامل الألمانية بانعدام الثقة بالمهاجرين، والذي يتجلى في العقبات البيروقراطية، واللوائح المعقدة، والتفسيرات 

تم وضع القوانين لتمنح السلطة سيطرة أكبر بينما تقلّل من وضوح حقوق الأفراد القانونية. يُصنف الأشخاص - من يحملون إقامة متسامحة، ومن يحملون تصاريح إقامة مؤقتة، ومن يحملون تصاريح إقامة دائمة - وهذه الفئات تُحدد حياتهم بأكملها. يُغفل أن الناس لا يندرجون ضمن فئات محددة، وأن الاندماج الناجح يتطلب وقتًا واستقرارًا وثقة.

انتقد الاتحاد الألماني للنقابات العمالية (DGB) مرارًا وتكرارًا حقيقة أن عدم اليقين القانوني للمتدربين من ذوي الخلفية اللاجئة لا يُثقل كاهل المتضررين فحسب، بل يُثني الشركات أيضًا عن تدريب اللاجئين.[9] إذا لم تتمكن الشركات من ضمان قدرة متدربيها على إكمال تدريبهم المهني، فإن استعدادها لتقديم التدريب المهني يتضاءل على الإطلاق.

مطالبنا: عدالة ملموسة

في ظل هذه الظروف، يطالب حزب العدالة - فريق تودنهوفر - بإعادة توجيه جذرية لسياسة الهجرة والتكامل:

حق غير مشروط في البقاء للمتدربين: يجب أن يتمتع كل من يبدأ تدريبًا مهنيًا بالأمان اللازم لإكماله، ثم تُتاح له فرصة العمل في المهنة التي يختارها. هذا يعني: عدم الترحيل أثناء فترة التدريب، وعدم وجود عقبات بيروقراطية عند تمديد تصاريح الإقامة، وعدم وجود معاملة غير متساوية بناءً على بلد المنشأ.

كفى تعسفًا إداريًا: يجب ألا يعتمد تفسير القوانين على الصدفة أو السلطة الفردية. نحن بحاجة إلى لوائح واضحة، لا جدال فيها، وإنسانية، تُطبق بشكل موحد على الصعيد الوطني. يجب إلغاء التجاوزات التقديرية التي تؤدي حاليًا إلى قرارات تعسفية، لصالح استحقاقات قانونية ملزمة.

الإنسانية قبل المنطق الإداري: الاندماج ليس عملية بيروقراطية، بل تجربة ملموسه . يجب أن تنظر السياسة إلى الناس كبشر - بقدراتهم ومساهماتهم وكرامتهم. وهذا يعني أيضًا تعليق عمليات الترحيل إلى بلدان لا تتاح فيها فرص العمل أو حتى تتعرض للتهديد من حيث المبدأ.

العدالة تعني: القدرة على البقاء هنا.

العدالة لا تقتصر على منح الناس حقوقًا نظرية، بل تعني أن تتاح لهم الفرصة فعليًا لتشكيل حياتهم، وتنمية مواهبهم، وأن يكونوا جزءًا من المجتمع. "السماح بالبقاء هنا" ليس هو نفسه "القدرة على البقاء هنا" - فهناك غالبًا فرق شاسع بين الإذن الرسمي والإمكانية الفعلية: العقبات البيروقراطية، والقيود المالية، والإقصاء الاجتماعي.

يجب ألا يُقبل فقط أولئك الموجودون في ألمانيا الذين يسعون إلى التدريب المهني، والذين يعملون، والذين يتعلمون، والذين يتحملون المسؤولية، بل يجب الترحيب بهم. هؤلاء ليسوا متوسلين، بل جزء من مجتمعنا. إنهم يساهمون في سير مجتمعنا، ويضمنون وجود موظفين في دور رعاية المسنين، وقبول الحرفيين للطلبات، واستمرار اقتصادنا بسلاسة.

إن ترحيل الأشخاص الذين يخضعون للتدريب المهني ليس عملاً لاإنسانياً فحسب، بل هو أيضاً عمل غير حكيم وظالم ومضر بنا جميعاً. لقد حان الوقت لتُدرك سياسة الهجرة والاندماج في ألمانيا هذا الأمر وتعمل على تحقيقه.

 

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